Silvesterfeuerwerke führen jedes Jahr zu zahlreichen Verletzungen. Die Augenklinik Erlangen gibt einen "deutlichen" Rat an alle, die überlegen, selbst privat ein Feuerwerk zu zünden.
Für viele gehört es zur Begrüßung des neuen Jahres dazu, im eigenen Garten, im Hof oder auf der Straße ein Silvesterfeuerwerk zu zünden. Wie die Augenklinik des Uniklinikums Erlangen am Freitag (27. Dezember 2024) erklärt, ist das Problem dabei aber, dass "aufgrund der Böllerei jedes Jahr hunderte Menschen im Gesicht, insbesondere an den Augen, und an den Händen verletzt werden". Etwa 40 Prozent der Verletzten sind nach Angaben der Augenklinik Kinder und Jugendliche. Allein zum Jahreswechsel 2023/24 wurden in Deutschland demnach 781 Augenverletzungen dokumentiert.
"In circa 60 Prozent der Fälle trifft es unbeteiligte Zuschauer und Passanten", sagt Theofilos Tourtas, Oberarzt der Augenklinik des Uniklinikums Erlangen. "Die Betroffenen haben oft schwere Verletzungen und deshalb lebenslang mit funktionellen und kosmetischen Folgen zu kämpfen", so Tourtas. Aufgrund der "immensen Verletzungsgefahr", die private Feuerwerke mit sich bringen, rät Tourtas "deutlich" davon ab, Raketen, Knallfrösche, Funkensprüher und Co. selbst zu zünden. Auch zwei Supermärkte in Coburg stellen sich gegen den Trend und verkaufen heuer keine Feuerwerkskörper.
Augenklinik Erlangen spricht sich gegen privates Böllern aus - und befürwortet öffentlich veranstaltete Feuerwerke
Wie das Klinikum erklärt, ist Tourtas in der Erlanger Augenklinik dafür verantwortlich, die Feuerwerksverletzungen zu dokumentieren - die oft auch durch illegale Böller entstehen - und an die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e. V. (DOG) zu übermitteln. Eine 2022 veröffentlichte Studie hatte demnach jahrelang anonymisierte Daten zu Patienten, Unfallhergang und Beschaffung der Pyrotechnikartikel erfasst, die von Notdienst leistenden Augenkliniken an die DOG übermittelt worden waren.
Die Untersuchung habe gezeigt, dass das pandemiebedingte Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern in Deutschland zu einer deutlichen Abnahme der Augenverletzungen geführt hat. So wurden beispielsweise in den Pandemiejahren, in denen keine Feuerwerkskörper an Privatpersonen verkauft werden durften, bundesweit nur 79 (2020/21) bzw. 193 (2021/22) Betroffene gemeldet. Zum Vergleich: 2016/17 waren es 350 Fälle, im Jahr darauf 518 und 2023/24 fast 800.
"Die DOG spricht sich ganz klar gegen private Silvesterböllerei aus und befürwortet öffentlich veranstaltete Feuerwerke", betont Tourtas. Bei organisierten Pyroshows kümmert sich demnach nämlich geschultes Personal um das Zünden und es werde darauf geachtet, dass sich keine Menschen in direkter Umgebung der Raketen befinden. "Ein kommunales Feuerwerk ist bunt und vielfältig. Außerdem wird es im Dorf und in der Stadt zu einem tollen gemeinschaftlichen Erlebnis – ohne Verletzungen", so Tourtas. Weitere Nachrichten aus Erlangen findet ihr in unserem Lokalressort.
Bisschen spät die Meldung, wenn schon alle tütenweise das Zeug aus den Läden geschleppt haben.🥳
Wenn man bereits ab Oktober auf Gefahren und Stress für Tiere aufmerksam macht, denkt vielleicht der ein oder andere noch um.
Außerdem wird bei allem wird ein Aufstand wegen Umweltschutz gemacht aber Sylvester darf Feinstaub ohne Sinn und Verstand in die Luft geballert werden.
Wegen mir könnte man privates Feuerwerk ganz verbieten, 15min ein organisiertes Feuerwerk pro Ortschaft, dann wieder Ruhe, das würde auch Polizei, Sanitäter, Kliniken, Reinigungskräfte und Feuerwehr massiv entlasten.
So nahe liegende Verfügungen, mit sofortiger positiver Wirkung auf Leib und Leben, kommen unseren Politikern nicht in den Sinn! Wer die Ballerei unbedingt braucht, soll sich bei der Bundeswehr melden, die suchen dringend Leute!