"Das ist eine echte Show!" Der Höchstadter Biologe Hans Krautblatter kommt ins Schwärmen: Nie hätte er eine solche Kostbarkeit innerhalb des Stadtgebiets vermutet. Tatsächlich bietet der Teich, der direkt an der Straße stadtauswärts in Richtung Weisendorf liegt, derzeit einen prächtigen Anblick. Ein gelbes Blütenmeer erstreckt sich über einen Teil der Wasserfläche. "Teichenzian", auch "Seekanne" genannt, erklärt Krautblatter, und fügt auch gleich den lateinischen Namen "Nymphoides peltata" an.

Eine Wasserpflanze, die extrem selten ist, wie der Biologe anhand einer Karte aufzeigt. Normalerweise sei der Teichenzian nur an großen Flüssen, vornehmlich an deren ruhigeren Altwässern, anzutreffen. Die Deutschlandkarte weist lediglich Vorkommen an der unteren Elbe, am Mittelrhein und an der Donau aus. Die langsam fließenden Gewässer dürfen vor allem nicht mit irgendwelchen Chemikalien verschmutzt oder mit Fischen besetzt sein. "Karpfen würden das alles durcheinander wirbeln."

Letztes Jahr hatten er und seine Frau das Habitat im Vorbeifahren entdeckt. "Da war es aber noch wesentlich kleiner." Jetzt seien die Lebensbedingungen optimal. Der Weiher sei wärmedurchflutet und nährstoffreich. Der Teichenzian habe ein Schwimmblatt, ähnlich dem der Seerose, und bevorzuge eine Wassertiefe von 0,5 bis 1,5 Meter. Er liebe schlammigen Untergrund und nehme einen wechselnden Wasserstand nicht übel. Das heißt, es schadet der Pflanze nicht, wenn das Wasser im Sommer etwas zurück geht.

"Idealer kann die Lage nicht sein", sagt Krautblatter. Der Biologe denkt weiter: Der Weiher sei aufgrund der vorhandenen Pflanzenraritäten ein echter Vorführteich. Als vor einigen Jahren Führer ausgebildet wurden, die einem interessierten Publikum die Landschaft im Aischgrund zeigen sollten, sei der Wunsch nach einem artenreichen Weiher aufgekommen.

Große Artenkonzentration

Dieser Teich sei dafür ideal, da er nicht im Zentrum der Karpfenwirtschaft liege. Im Bereich der Teichwirtschaft seien Besucher und Führungen mitunter störend. Dieser Weiher im Süden Höchstadts sei leicht zu erreichen und biete auf wenigen Metern eine erstaunliche Konzentration an Arten. Zum großen Bestand des seltenen Teichenzians geselle sich eine Konzentration der gängigsten Weiherpflanzen. Krautblatter hat sie alle am Weihersaum gefunden. Jede Menge des Breitblättrigen Rohrkolbens, der neben Schilf die dominierende Pflanzenart am Weiher ist. Etwas tiefer im Wasser steht die Teichbinse, die bis zu zwei Meter hoch wird und auch tieferes Gewässer verträgt. Daneben finden sich Flatterbinse und Wasserfenchel, der in der Volksheilkunde einst wie Fenchel verwendet wurde.

Mit Vorsicht sollte man sich dem Zweizahn nähern. Wie der Name schon sagt, hat er zwei Zähne, an denen sich Widerhaken bilden. Textilien, die sich darin verfangen, könnten Schaden nehmen. Darüber hinaus macht Krautblatter auf Weidenröschen, Meerampfer, Blutweiderich, Wolfstrapp und viele andere Pflanzenarten aufmerksam.

"Unheimlich raffiniert", findet der Biologe, wie die Natur für alle Fälle vorgesorgt hat. Er erklärt das am Beispiel des Schildhahnenfußes, der neben den Schwimmblättern auf dem Wasser auch noch Unterwasserblätter bildet.