"Das Alter ist für mich kein Kerker, sondern ein Balkon, von dem man weiter und genauer sieht!" Dieses Zitat der Schriftstellerin Marie-Luise Kaschnitz gab Adelsdorfs Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD) den gut 150 Gästen am Samstag beim Seniorennachmittag in der Aischgrundhalle mit auf den Weg.
Bereits zum dritten Mal hatte die Gemeinde zusammen mit dem Seniorenbeirat zu diesem Nachmittag eingeladen. Ein reichhaltiges Programm erwartete die Gäste. Die Schüler der Ganztagesklasse der Grundschule Adelsdorf mit den Lehrerinnen Rosmarie Wagner (Konrektorin) und Antje Ullmann gaben zusammen mit zwei Seniorinnen Sketche zum Besten. Der ganze Saal lachte herzerfrischend.
Im Restaurant Patzig ging es um die "Fliegen in der Suppe", und die beiden Damen Kathie Kornitzky und Josefine Wala beschäftigten sich mit dem SMS-Schreiben. Sie waren extra einige Male zum Proben in die Schule gekommen.
"Uns hat es viel Spaß gemacht", erklärten sie glücklich. Hier konnte man sehen, wie gut Jung und Alt zusammen harmonieren.
Die Ballettküken vom Center Stage unter Leitung von Christine Stone zeigten ihr Können und jeder staunte über so viel Grazie und Anmut. Der Tanzkreis Ü-50 unter Maria und Margarete Müller bewies, wie beweglich und schwungvoll auch noch die etwas ältere Generation das Tanzbein schwingen kann.
Ab wann ist man überhaupt Senior? Diese Frage stellten sich Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) und seine Stellvertreterin Jutta Köhler (SPD) bei der Begrüßung. Eine eindeutige Antwort blieben sie schuldig, denn die gibt es definitiv nicht. Anita Träger, eine Seniorin, war ganz begeistert von dem Nachmittag: "Ich höre und sehe zwar nicht mehr so gut, aber es ist einfach schön, alte Bekannte zu treffen. Und das Programm ist super."
Sabine Köhler-Huter, Vorstandsmitglied im Seniorenbeirat, stellte den "Wunschbaum" vor: Auf den Tischen lagen Zettel, auf die die Senioren ihre Wünsche und Sorgen aufschreiben sollten. Neben Gesundheit und Frieden auf der Welt fand man da auch handfeste Wünsche wie: Ich brauche jemanden zum Garten Gießen - Wer bringt mir öfter mal einen Blumenstrauß ins Seniorenheim? - Ich suche eine Fahrgelegenheit nach Bamberg zum Arzt - Ich wünsche mir im Altenheim ab und zu mal Besuch - Ich brauche Hilfe beim Ableeren des Kirschbaums, ein anderer beim Heckenschneiden ... Wer einen dieser Wünsche erfüllen will, meldet sich einfach in der Gemeinde.
Eine Hüte-Modenschau mit Entertainerin Gisela Sprockhoff-Wendel, der Vorsitzenden des Seniorenbeirats, am Mikrofon, zeigte kecke Mannequins, die gekonnt "über den Laufsteg tänzelten". Modelle wie "Zugspitze, Miracoli, Bauer sucht Frau" und mehr brachten die Gäste zum Lachen.
Die Ortsbäuerin Lina Papp schwärmte: "Ich fühle mich in Adelsdorf sehr gut aufgehoben. Bei uns wird die Seniorenarbeit groß geschrieben und es gibt für uns Ältere viele Angebote wie Kinonachmittage, das Café Genial, den Bewegungspark und mehr. Wir müssen sie nur nutzen." Auch Anni Ort meinte strahlend: "Wir nehmen alles mit, so lange es geht."

Hilfe aus dem "Bunker"

Der unterhaltsame, kurzweilige Nachmittag zeigte aber auch ganz hervorragend, wie man junge Menschen mit einbinden kann. Die Jungs vom "Bunker" mit ihrem "Chef" Hans Kuhn (Jugendbeauftragter und Vorsitzender des Jugendforums) waren ganz eifrig beim Servieren von Getränken und in der Spülküche. "Die jungen Leute sollen Erfahrungen sammeln und lernen, dass man älteren Menschen respekt- und würdevoll begegnet - so wie sie im Alter auch einmal selber behandelt werden wollen", erklärte Kuhn, während er sichtlich zufrieden seinen tüchtigen Schützlingen zuschaute, aber selbst auch mit anpackte.
Monika Diller lud dann den Saal zum Sitztanz ein und zum Abschluss holte der Bürgermeister selbst die Quetschn heraus und alle sangen zusammen nach der Melodie "Wenn wir erklimmen": "Wollen von Einsamkeit sie befreien, sollen willkommen stets sein ..." Das ist diesmal wirklich wenigstens für ein paar Stunden hervorragend gelungen. Die Senioren verlebten einen wunderschönen Nachmittag und sicher zehren sie noch lange davon.