Vielfältig gestaltete sich der Landfrauentag in der voll besetzten Mehrzweckhalle. Der Landfrauenchor unter der Leitung von Sandra Haagen zeigte dabei sein vielfältiges musikalisches Repertoire. Dazu wurden von der Laufer Mühle Kuchen und Torten sowie belegte Brötchen serviert.

Wie Kreisbäuerin Evi Derrer ausführte, gehöre es zur Demokratiebildung, unterschiedliche Meinungen zu hören und die Vielfalt an Meinungen zu tolerieren. "Doch der größte Fehler in unserer Zivilisation ist es, dass viele Menschen nur noch mit einer rosa Schleife um die Zunge reden und ich erst überlegen muss, was der andere eigentlich will. Denn klare und deutliche Worte scheinen inzwischen passé zu sein." So werde oft nicht mehr die Wahrheit gesprochen und der andere nur noch mit Halb- oder Unwahrheiten konfrontiert.

Schuldzuweisungen kritisiert

Auch Regionalbischöfin Gisela Bornowski rief dazu auf, im Dialog zu bleiben. Sie vermisste in den vergangenen Wochen zunehmend den Respekt im Umgang mit der Landwirtschaft. Sie kritisierte mit deutlichen Worten die Werbemaßnahmen für das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Von "im Dialog bleiben" könne angesichts der Schuldzuweisungen an die Bauern kaum mehr die Rede sein. So würden die Bauern als Massenmörder, Tierquäler und Umweltverschmutzer hingestellt.

Dabei gebe es im 20. Jahrhundert vielfältige Möglichkeiten, im Dialog zu bleiben. Der Dialog sei in der Partnerschaft, in der Familie, zwischen den Generationen, in der Nachbarschaft und im Dorf genauso gefragt wie in der Gesellschaft insgesamt. Im Dialog bedeute zuhören und aufeinander eingehen. Wer im Dialog bleiben möchte, müsse offen und ehrlich miteinander umgehen. Um Landwirtschaft wieder in der Mitte der Gesellschaft zu verankern, sei der Dialog über Vorstellungen, Erwartungen und Möglichkeiten unerlässlich.

Sie sei in Mittelfranken geboren, in einer Brauereigaststätte aufgewachsen, verheiratet, habe drei Kinder, einen Mann mit Motorradwerkstatt, und als echte Frau vom Land könne sie auch Bulldog fahren - zumindest die älteren Modelle, erzählte Bornowski schmunzelnd.

"Ein Dialog mit der Landwirtschaft liegt mir sehr am Herzen, schließlich bin ich auf einem Dorf aufgewachsen", erklärte die Bischöfin. So gebe ihr die heutige Zeit, in der die meisten Menschen über Handy, Facebook, WhatsApp sowie Messenger und dergleichen vernetzt sind, zu denken. Denn dabei bleibe das Gespräch auf der Strecke. Deshalb sei früher nicht alles besser gewesen, aber es habe in den Familien und unter Nachbarn oder in der Dorfgemeinschaft das Gespräch, einen Dialog, gegeben.

"Für jeden Menschen ein Gewinn"

"Im Gespräch bleiben ist die Sternstunde des Dialogs, und im Dialog bleiben ist für jeden Menschen ein Gewinn", erklärte die Rednerin. Im Dialog bleiben sei aber ein schwieriges Unterfangen, und die bäuerlichen Familien fühlten sich durch reißerische Schlagzeilen und Unwahrheiten diffamiert. "Rettet die Bienen" sei ein gutes Beispiel dafür gewesen. So liege den Bauern die Bewahrung der Artenvielfalt und Bewahrung der Schöpfung ebenso am Herzen wie der Kirche. Zu diesen Fragen seien alle gefordert, die Verbraucher ebenso wie die Landwirtschaft und die Politik. "Es kann nicht sein, dass der Bauer allein die Zeche zahlt!" Deshalb müssten alle im Dialog bleiben, wenn die Gesellschaft nicht weiter auseinanderbrechen soll.

Ein guter Dialog könne das ändern. Deshalb begrüße sie den runden Tisch des Ministerpräsidenten. So soll im Dialog eine gemeinsame Lösung gefunden werden, nämlich eine Win-Win-Situation. So führe auch der Weg zum Frieden nur über den Dialog: Ein Waffenstillstand könne verordnet werden, ein Frieden aber nicht, das betreffe nicht nur die Politik, sondern alle Menschen. Die Regionalbischöfin gab den Besuchern auch eine Regel für den Dialog mit: Dazu gehöre es, beim Thema zu bleiben, den Ball flach zu halten und Gemeinsamkeiten aufzuspüren. Und: "Der Ton macht die Musik!"