Schon 1950 wurde der Posaunenchor gegründet und seitdem unterstützt und bereichert dieser Kulturträger das öffentliche Leben ganz Adelsdorfs und kümmert sich um die Pflege der Tradition. Im März 2012 wurde der Posaunenchor mit der Ehrenurkunde der Gemeinde Adelsdorf ausgezeichnet. Der damalige Leiter Werner Kaiser nahm die Ehrung im Namen des Musikerensembles an: "Meine Arbeit ist nur möglich, weil über Generationen hinweg Bläser dabei sind, die die Tradition fortführen - vom Schüler bis zum Ruheständler." Ende 2019 gab er sein Amt nach 18 Jahren auf und der Posaunenchor sucht seitdem intensiv nach einem neuen Dirigenten. Roland Fuchs steht vorübergehend am Pult, bis ein neuer Dirigent gefunden ist.

Schauen wir in die 70-jährige Geschichte des Posaunenchores. "Eigentlich entstammt der Posaunenchor einer Schnapsidee" - das lesen wir im Aischtalboten von 1950. Im Frühjahr 1950 war die Idee am Wirtshaustisch geboren worden, einen Posaunenchor zu gründen. Zwei junge Ortsburschen trugen damals dem Ortspfarrer Konrad Blos dieses Anliegen vor und dieser nahm die Idee wohlwollend auf.

Die Anfangszeit

Auf Worte folgten Taten. Alfred Jäger, aktiver Musikant, erzählt weiter: Es wird von sechs Gründungsmitgliedern - Hans Hertel, Ernst Gräbner, Fritz Hilpert, Hans Keck, Paul Ross, Helmut Zenkel und dem damaligen Pfarrer Konrad Blos - berichtet. Da aber alle künftigen Bläser des Notenlesens unkundig waren, gab Pfarrer Blos im Herbst 1950 theoretischen Unterricht und sorgte auch für eine Spendenaktion zum Ankauf von Blasinstrumenten. Nach zwei Jahren hatte man auf diese Weise schon zehn Instrumente.

Die Mitglieder selbst hatten zu dieser Zeit auch die Idee, Theater zu spielen, um Geld für den Instrumentenkauf aufzubringen. Die Auftritte fanden nicht nur in Neuhaus statt, sondern auch im damaligen Landkreis Höchstadt - und das drei Jahre in Folge. Mit seinen Chorälen verschönerte der Chor von nun an den Gottesdienst. Die Chorleiter wechselten von Pfarrern zu weltlichen Leitern und bis heute lässt der Posaunenchor bei verschiedenen Anlässen nun die Choräle zur Ehre Gottes erklingen.

Wie der Vater

Alfred Jäger selbst ist seit 40 Jahren aktiv dabei. Er spielt im Posaunenchor schon seit seiner Jugend. "Dazugekommen bin ich durch meinen Vater, der ebenfalls Bläser im PSC Neuhaus war. Warum ich immer noch dabei bin? Das Musizieren ist ein wunderschöner Ausgleich zum oft stressigen Alltag und macht einfach gute Laune. An einen neuen Chorleiter habe ich keine großen Wünsche. Ich würde mich schon freuen, wenn wir grundsätzlich jemanden finden, der zu uns passt, die nötige Geduld mitbringt und den Chor dauerhaft leitet."

Thomas Ort ist jetzt bald 25 Jahre dabei: "Ich habe damals angefangen, weil mich die Auftritte von Posaunenchören sehr beeindruckt hatten und egal, ob es die modernen Sätze waren, oder einfach ein schöner Bach-Choral sauber gespielt, da braucht es gar nicht viele Leute dazu, dass es sehr erhebend sein kann. Mehr zufällig hatte ich damals erfahren, dass Reinhard Buchenau ein paar Jungbläser ausbildet und ich fragte spontan nach, ob man das Posaunenspiel mit 32 Jahren auch noch erlernen kann. Buchenau hat mir dann die ersten Töne auf der Posaune beigebracht und seitdem bin ich dabei."

Sorge um Traditionsverein

Auf die Frage welche Erwartungen er an den Dirigenten stellt, antwortete er: "Naja, man darf die Latte nicht zu hoch setzen, so viel Andrang gibt es da ja nicht. Wenn er den Posaunenchor auf dem aktuellen Niveau hält und vielleicht sogar noch ein paar Ambitionen der Steigerung hat, ist das schon gut. Es wäre schade, wenn die Kirchenmusik wieder einen Traditionsverein verliert, denn wenn einmal Schluss ist, fällt ein Neuanfang sicher schwer. Jemand der Musik und die Kirche mag und sich dafür auch entsprechend einsetzt wäre also prima."

Johannes Funke hat vor gut 20 Jahren angefangen im Posaunenchor angefangen - zuerst lernte er Trompete. "In der Zwischenzeit habe ich das Instrument gewechselt und heute spiele ich Posaune." Dabei ist er, weil ihm das Musizieren einfach Spaß macht. "Vor allem gefallen mir die vielseitigen Richtungen, die wir spielen: von Kirchenmusik, über klassische Stücke bis zur Moderne. Von einem neuen Leiter erwarte ich mir, dass er uns musikalisch auf dem Stand abholt, auf dem wir sind und uns so vielseitig weiterentwickelt wie die ehemaligen Dirigenten auch."

Einen Wunsch hat er noch: "Über die Jahre hinweg waren wir im Posaunenchor leider nie mehr als sechs bis zehn Spieler. Somit waren die Stimmen oft nur einfach besetzt. Eine kleine Vermehrung der Mitspieler wäre wünschenswert. Wir freuen uns über Musiker, die ebenfalls Spaß am Musizieren haben und uns unterstützen möchten!"