Erlangen/Nürnberg
Krisenpläne

"Wäre Schlag ins Gesicht": Studenten befürchten Gas-Lockdown im Winter - Uni bezieht klar Stellung

Studierende der FAU befürchten einen möglichen Gas-Lockdown. Sie sprechen von einem "Schlag ins Gesicht", sollte es im Winter zu einer Schließung der Uni kommen. Die FAU bezieht nun Stellung zu ihren Krisenplänen.
Plant die Uni Erlangen heimlichen Gas-Lockdown? Studenten in großer Sorge - "Schlag ins Gesicht"
"Die nächste Krise steht ins Haus und schon wieder sollen die Unis dicht gemacht werden?" In einem offenen Brief wenden sich die Studierenden der FAU an Präsident und Kanzler der Uni. Foto: Ralf Welz / inFranken.de (Archivbild)
  • Erlangen/Nürnberg: Gas-Lockdown an der Friedrich-Alexander-Universität in Planung?
  • "Nächste Krise steht ins Haus": Studierende befürchten nach Corona erneute Uni-Schließung
  • Maßnahme bedeute "Katastrophe für Studienerfolg und psychische Verfassung"
  • FAU bezieht Stellung zu Krisenplänen - Uni-Leitung setzt sich für Präsenzveranstaltungen ein

Nach Corona könnte in diesem Winter die Energiekrise folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen. In Franken machen sich Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) große Sorgen vor einem möglichen Gas-Lockdown. Sie befürchten nach den coronabedingten Einschränkungen abermals eine Schließung ihrer Uni. "Für uns Studierende wäre das ein Schlag ins Gesicht, mussten wir doch mit am längsten zurückstecken während der letzten großen Krise", erklärt die Hochschulgruppe "GEW Studis Erlangen". Die FAU setzt sich laut Eigenaussage derweil dafür ein, dass das Wintersemester in Präsenz stattfindet.

Erlanger Studierende wehren sich gegen möglichen Gas-Lockdown - "Nein zu erneuter Schließung"

In einem offenen Brief wenden sich die Erlanger Studierenden an den Präsidenten und den Kanzler der FAU. "Die nächste Krise steht ins Haus und schon wieder sollen die Unis dicht gemacht werden?", fragen sie darin rhetorisch? Entsprechenden Überlegungen erteilt die Hochschulgruppe eine klare Absage. "Wir sagen Nein zu einer erneuten Schließung."

Laut Darstellung der Studentinnen und Studenten diskutierten bayerische Universitäten und Hochschulen teilweise schon offen Pläne für mehr Onlinelehre, Homeoffice und Betriebsschließungen. Hintergrund seien demnach die höheren Energiekosten, die sich auch im Bildungsbereich bemerkbar machten. Die große Befürchtung der Studierenden: "Es könnte also passieren, dass diesen Winter aus rein wirtschaftlichen Gründen dieselben Maßnahmen wie zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie noch einmal aufgefahren werden."

Nach Auffassung der fränkischen Hochschulgruppe ginge eine erneute Uni-Schließung mit drastischen Folgen einher. Die Abkehr von Präsenzveranstaltungen möge zwar gut für den staatlichen Haushalt sein, sei allerdings "eine Katastrophe für den Studienerfolg und die psychische Verfassung vieler Studierenden". 

"Ohne Wenn und Aber": Universität äußert sich zu Wintersemester und Krisenplänen 

Die Gruppe spricht sich daher entschieden gegen sämtliche Sparmaßnahmen aus, die Lasten der Energiekrise "auf die Privathaushalte und uns Studis abwälzen". "Wir fordern von der FAU ein klares Nein zu einer erneuten Universitätsschließung." Auch bei höheren Betriebskosten dürfe das Studium nicht leiden. "Auch diese Krise darf nicht auf unseren Rücken ausgetragen werden."

Auf Nachfrage von inFranken.de bezieht die Friedrich-Alexander-Universität derweil Stellung zu den Befürchtungen der Studierenden. Von einem entsprechenden Gas-Lockdown gehe man aufseiten der Uni nicht aus, berichtet Immanuel Reinschlüssel, der stellvertretende Leiter der Stabsstelle Presse und Kommunikation. "Erdgas macht an der FAU weniger als fünf Prozent unseres Energiebezugs aus." Einen Ausfall von direkten Gaslieferungen könne die Hochschule deshalb weitgehend kompensieren.

"Die Universitätsleitung der FAU setzt sich ohne Wenn und Aber dafür ein, dass das kommende Wintersemester an der FAU in Präsenz stattfindet", erklärt der Sprecher. Krisenpläne infolge der Energiekrise gibt es an der Universität aber dennoch. "Die Krisenpläne beschäftigen sich vorrangig mit der kritischen Infrastruktur, zum Beispiel der IT und deren Aufrechterhaltung", teilt Reinschlüssel mit. Zu den genauen Inhalten könne die FAU gleichwohl keine Auskünfte geben, heißt es.

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