Heidemarie Haus hat einen Beruf, um den sie vermutlich viele Kinder beneiden: Sie ist Spielplatzprüferin und außerdem zuständig für die Unfallversicherung der Gemeinde Adelsdorf. In dieser Funktion begutachtete sie jetzt die neuen Außenanlagen des Krippenbereichs im Aischer Kindergarten Sankt Theresia, denn bei einer Neugestaltung muss die Gemeinde einen Experten hinzuziehen.
"Eigentlich gäbe es rechtlich keine Beanstandungen", sagte Heidemarie Haus nach getaner Arbeit zu Evi Häusler, Erzieherin im Spatzennest, und Elfriede Schuhmann, Bereichsleiterin für den Aischer Kindergarten. "Man sollte jedoch besonders im Krippenbereich nie Kies verwenden. Er ist zwar die sauberste Lösung, besser als Sand und ein hervorragend geeigneter Fallschutz, aber im Bereich von Kinderkrippen stellt er eine erhebliche Gefahr dar, da sich die Kleinen die Steinchen gerne in Ohren und Nase schieben", erklärte sie.
Außerdem stelle der Kies auf den Steinplatten eine erhöhte Rutschgefahr dar.
Die beiden Spielgeräte, das Häuschen und der Krabbeltunnel, benötigen keinen Fallschutz gemäß der Spielplatz-DIN. Dafür ist nach Meinung der Spielplatzprüferin der Sandkasten viel zu groß und der vorhandene Sand ungeeignet zum Formen und Kuchenbacken - einer Lieblingsbeschäftigung der Kleinen. Besser sei ein Sand mit mehr Lehmanteil. Auch die Betonplatten seien ungeeignet für einen Krippenbereich und mit Sand darauf bestehe ebenfalls große Rutschgefahr. "Ich würde - natürlich nur nach Rücksprache mit den Erzieherinnen - alles komplett als Rasenfläche gestalten", merkt sie an.
Auch die bunten Zaun-Elemente - die Abgrenzung zur Straße - seien zwar optisch sehr gelungen, aber an heißen Sommertagen fehle der Luftaustausch. Da Kinder es lieben, über den Zaun zu schauen, wäre es besser, ein bis zwei Elemente herauszunehmen und sie durch Stäbe im vorgeschriebenen 89-Millimeter-Abstand oder durch einen Stabmattenzaun zu ersetzen.
"Dass zum Beispiel Kies bestens geeignet sei, war die Auskunft des Architekten", berichtet Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). "Auf diese Aussagen hatte ich mich damals verlassen."
Die beiden Erzieherinnen schrieben eifrig die Vorschläge von Heidemarie Haus auf und Rita Weller, die Gesamtleiterin aller katholischen Kindergärten, wird diese am morgigen Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Kindergärten, Bildung und Schule vortragen und hofft, bei den Gemeinderäten auf offene Ohren zu stoßen.