"Das Gymnasium Höchstadt verliert ohne sie spürbar an Substanz", würdigte Schulleiter Bernd Lohneiß den Oberstudienrat Hans Hagen (63), der nach 38 Jahren Schuldienst am Höchstadter Gymnasium auf eigenen Antrag in den Ruhestand geht. Er wurde gestern feierlich verabschiedet.

"Schon gleich in Ihren ersten Dienstjahren gewannen Sie das Vertrauen Ihrer Schüler", lobte Lohneiß. Gleich zu Beginn wählten in die Schüler zum Verbindungslehrer für die Oberstufe, ein paar Jahre später für die Unter- und Mittelstufe. Dieses Amt hatte er bis 1994 inne. Parallel dazu organisierte und verwaltete er von Anfang an die lehr- und lernmittelfreie Bücherei bis Juli 1995. 1981 berief ihn das Kultusministerium zum Studienrat und in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. 1986 erfolgte die Ernennung zum Oberstudienrat. Seit 1995 bis zuletzt lag die Fachbetreuung in Geschichte in Hagens Verantwortung.
Im August 2005 wurde er zum Studiendirektor ernannt.

Schüleraustausch initiiert

"Sie erfüllten Ihre Fächer mit Leben und beeindruckten Ihre Schüler nicht nur mit Ihren fachlichen Fähigkeiten, sondern prägten sie auch durch Ihre Persönlichkeit", sagte Lohneiß. Seinen Schülern habe er immer unterstützend zur Seite gestanden, setzte aber klare Prioritäten.

Hagen war zudem Initator und Organisator der ersten Stunde des Schüleraustauschs mit Opalicha in der Nähe von Moskau. Gemeinsam mit dem damaligen Kollegen Klaus Strienz knüpfte er vor Ort die ersten Kontakte. "Der Schüleraustausch ist aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken und wurde sehr schnell zur Tradition. Aus ihm ist letztendlich die Städtepartnerschaft zwischen Krasnogorsk und Höchstadt erwachsen", sagte Lohneiß.

Hagen gilt außerdem als Kenner und Liebhaber des fränkischen Dialekts: "Ihren Schülern brachten sie oft die Geheimnisse und Wurzeln der fränkischen Sprache durch kleine Beiträge und Erklärungen näher."

Vita Geboren wurde Hans Hagen am 28. August 1950 in Haundorf, wo er auch seine Kind- und Jugendzeit verbrachte. Nach dem Abitur in Nürnberg 1970 und dem Studium der Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an der Universität Erlangen kam er 1976 ans E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium in Bamberg. Bevor Hagen dort zwei Jahre später das zweite Staatsexamen abschloss, lehrte er ein Jahr im Zweigschuleinsatz am Richard-Wagner-Gymnasium in Bayreuth. Seit 1978/1979 hat Hagen ohne Unterbrechung am Gymnasium in Höchstadt unterrichtet.