Auf der Suche nach neuen Wegen, mit ihrer Kunst zu unterhalten und keine Langeweile aufkommen zu lassen, traf Autorin und Darstellerin Marla Saris auf das Herzogenauracher Multitalent Emmi Weiss. Bereits vor zwei Jahren gab es ein erstes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit, doch erst jetzt war die Zeit dafür reif.
Diana Schick, Bühnenkollegin von Saris in den letzten beiden Kabarett-Gesangsshows, war in andere Projekte eingebunden und so war der Weg für Weiss' Theater-Comeback geebnet. Saris verfasste ihr mittlerweile drittes Kabarett-Programm mit dem Titel "Um 23 Uhr geht das Licht aus".

"Vor rund 20 Jahren habe ich zuletzt Theater gespielt," erinnert sich die Musikantin der Aurach Spatz´n Emmi, die nun als große Schwester Schicks in die theatralische Wohngemeinschaft aus dem Vorgängerstück "Wir wollen alles - und zwar sofort" eingeführt wurde.

Stehbrunzhose und Teufelsgeige


Nicht einmal am Dachboden des Wohnhauses findet Saris die ersehnte Ruhe, um in Muse an neuen Projekten zu arbeiten. Während Weiss in den Koffern und Kartons stöbert und Saris mit vielen Unverständlichkeiten und Missverständnissen von der Arbeit abhält, kommt die Autorin auf sehr abstruse Ideen. So zum Beispiel für einen Bestattungs-Fernsehsender Werbespots zu verfassen.

Inspiriert dazu wird sie durch ein geplantes Klassentreffen im Saal eines Altenheimes. "Sei froh, dass es nicht in einem Schullandheim stattfindet", verhöhnt Saris ihre Partnerin. "Denn da würden bereits eine Stunde früher die Lichter ausgehen."

Basierend auf einem tatsächlichen Klassentreffen in einer Seniorenresidenz sprudelten die Ideen beim Schreiben nur so aus Saris heraus. Das Zusammenspiel der eher tumben Fränkin und des hellen Nordlichts gipfelt in vielerlei Wortwitz, politischen Diskussionen und einigen musikalischen Einlagen. Weiss beweist gerade im stillen Agieren ihr komödiantisches Talent. Sei es beim liebevollen Bürsten einer Fuchs Stola oder im Kampf mit einer Langhaarperücke. Aus Weiss' Privatfundus stammen unter anderem eine Stehbrunzhose, ein Wäschestampfer sowie ein Waschbrett - und natürlich dürfen auch Akkordeon und Teufelsgeige nicht fehlen.

Nicht gefehlt hat auch Diana Schick, welche es genoss, zwar auf der Bühne Erwähnung zu finden, jedoch ohne jegliches Lampenfieber der Vorstellung als Zuschauer beizuwohnen. Doch hier und da wäre auf der Bühne noch Platz für etwas Sex Appeal gewesen.

Männerspielzeuge


Saris und Weiss sinnieren dort über Vor- und Nachteile von Liebe, Alter und Tod, bezeichnen Facebook als "Stasi auf freiwilliger Basis". So war es auch Weiss, die die Vorteile eines kleinen Busens deutlich machte: "Zum Spielen reichts und zum Arbeiten brauche ich ihn nicht."

"Der Busen ist für Kinder gemacht und Väter spielen damit," ergänzt Saris mit dem Hinweis, dass dies ja mit elektrischen Eisenbahnen auch so sei. Beim Musizieren ist Weiss voll in ihrem Element, reißt das Publikum auf andere Weise mit und verlässt in der Zeit die Rolle der einfältigen Fränkin, die so gut wie keinen Witz versteht.
Die Zuschauer nahmen das neue Bühnenduo gut an und quittierten die Leistung mit viel Applaus. Saris ist immer für eine Überraschung gut und wer weiß, vielleicht gibt es eine Fortsetzung mit einem erfolgreichen Trio.