In über 200 Städten gibt es sie schon - die nette Toilette. Die Idee: An vielen Punkten in der ganzen Stadt stellen Restaurants, Händler und öffentliche Einrichtungen ihre Toiletten zur Verfügung. So soll das Netz der öffentlichen Toiletten, das von Städten oft nur unzureichend zur Verfügung gestellt werden kann, verdichtet werden.
Auch die Stadt Erlangen macht nun mit. Vorerst werden in acht städtischen Einrichtungen die Toiletten für die Öffentlichkeit geöffnet. "Im nächsten Schritt hoffe ich natürlich, dass zahlreiche Gaststätten und Einzelhändler unserem Vorbild folgen", sagt Oberbürgermeister Florian Janik.

In Herzogenaurach ist man schon etwas weiter. An 16 Standorten in ganz Herzogenaurach gibt es schon nette Toiletten - nicht nur in städtischen Einrichtungen, sondern auch bei vielen privaten Anbietern. Im Jahr 2012 hatte der Seniorenbeirat in Herzogenaurach das Projekt angestoßen - nun läuft es schon seit drei Jahren.
"Die Bilanz ist durchweg positiv", resümiert Judith Jochmann, die Leiterin vom Amt für Stadtmarketing und Kultur. Sowohl von den Anbietern der netten Toiletten als auch von Kunden, die das Angebot nutzen, habe sie bisher ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen.

Keine Probleme bei großen Veranstaltungen

Auch die Bedenken, die ursprünglich gegen die "nette Toilette" vorgetragen wurden, hätten sich in Herzogenaurach nicht bewahrheitet. Vor allem die Angst, dass bei großen Veranstaltungen in der Innenstadt Besucher die netten Toiletten missbrauchen würden, sei unbegründet gewesen. "Da gibt es keinerlei Probleme", sagt Jochmann.

Die Stadt hat im Juli nun schon zum dritten mal einen Flyer herausgebracht, in dem alle netten Toiletten inklusive Öffnungszeiten und Ausstattungen vermerkt sind. Manche Anbieter bieten neben "normalen" Toiletten zum Beispiel behindertengerechte Einrichtungen oder Wickelräume an. Auf dem Flyer wird auch noch einmal darauf hingewiesen, bei Großveranstaltungen die bereitgestellten öffentlichen WCs zu benutzen.

Keine negativen Erfahrungen

Das klappt auch gut. "Wir haben eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht", berichtet Michaela Ebenhoch, Angestellte bei "Bücher, Medien & mehr". Beim verkaufsoffenen Sonntag würde die Toilette stärker genutzt, bei Großveranstaltungen würden aber die meisten Besucher die vorgesehenen WCs aufsuchen. Im tagtäglichen Betrieb sei die nette Toilette aber einfach eine tolle Sache. "Wir haben auch einige kranke Kunden, die öfter zur Toiletten müssen. Die sind auch wirklich froh, dass es so was gibt", berichtet Ebenhoch. Auch Familien mit kleinen Kindern profitierten häufig von der Möglichkeit, schnell eine Toilette aufsuchen zu können.

Dass man auch ohne etwas zu kaufen auf die Toilette gehen darf, das ist auch für Rosa Scarcella vom Eiscafé Carlo eine Selbstverständlichkeit. "Das ging bei uns schon immer", erzählt sie, "aber es ist gut, dass es die nette Toilette gibt."

Wer in Herzogenaurach ein Gewerbe betreibt und auch seine Toilette zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne bei der Stadt Herzogenaurach melden. Man suche derzeit nicht aktiv nach neuen Anbietern, weil die neuralgischen Punkte in der Stadt gut abgedeckt seien, sagt Kulturamtsleiterin Lohmann. Über neue Teilnehmer freue man sich aber jederzeit.


Hier finden Sie in Herzogenaurach eine nette Toilette: