Ein Antrag der örtlichen CSU habe in den letzten Tagen Wellen geschlagen, sagte Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) in der Gemeinderatssitzung am Montag. Weil es in diesem CSU-Antrag um Vereinsförderung ging, wollte die Bürgermeisterin das Schreiben noch vor dem Zuschussantrag der Dorfgemeinschaft Ailsbach behandeln, der als Punkt auf der Tagesordnung stand.

CSU-Fraktionssprecher Giovanni Daniele, neues Mitglied im Gemeinderat, hatte das Schreiben unterzeichnet, das auf der Homepage des Ortsverbands nachzulesen ist. Daniele beantragt darin die Einführung von speziellen Prüfkriterien bei der Gewährung von Zuschüssen an Vereine.

Unter dem Aspekt, dass der Gemeinde in den kommenden Jahren nur knappe Haushaltsmittel zur Verfügung stünden, solle eine transparente Entscheidungsgrundlage erarbeitet werden, heißt es in dem Antrag. Damit solle festgelegt werden, wer welche Leistungen in welchem Umfang erhalte.

Der CSU-Sprecher regt an, vor der Gewährung von Zuschüssen die Finanzkraft des betreffenden Vereins zu prüfen und festzustellen, ob eine Maßnahme durch den Verein auch ohne die beantragte Förderung zu realisieren sei.

Zu prüfen sei außerdem, ob der Verein alle Möglichkeiten der Finanzierung, so auch Mitgliederspenden oder Kreditanfragen bei Geldinstituten, ausgeschöpft habe. Als eine Möglichkeit wird im Antrag auch eine eventuelle Rückzahlung an die Gemeinde angesprochen. Das Geld dafür könnte beispielsweise durch ein Einweihungsfest aufgebracht werden.

Bester Verwendungszweck

"Im ersten Moment war ich total von den Socken", kommentierte die Bürgermeisterin den Antrag. Effektiver als in die Vereine könne das Geld der Gemeinde nicht angelegt werden. Die jährlichen freiwilligen Leistungen seien ein eher kleiner Aufwand. "Wir haben noch nie mehr als 10 000 Euro im Jahr dafür gehabt." So viel müsse der Gemeinde ihr Vereinsleben wert sein. Was die Vereine leisten, machte Bruckmann am Beispiel aus Ailsbach deutlich. Dort saniert die Dorfgemeinschaft derzeit die Küche im Hirtenhaus. "Sie halten unser Haus in Ordnung", betonte Bruckmann.

Zehn Prozent sei der übliche Fördersatz für Investitionsmaßnahmen, 90 Prozent würden die Vereine selbst aufbringen. Nachbargemeinden würden deutlich mehr geben, meinte dazu Simone Seubert.

Das sei der Versuch, für die nächsten sechs Jahre eine Regelung zu finden, verteidigte Giovanni Daniele den Antrag. Die Gemeinde müsse bereits jetzt einen hohen Kredit aufnehmen und werde voraussichtlich die nächsten Jahre mit begrenzten Mitteln wirtschaften müssen. "Lonnerstadt hat noch nie Geld gehabt, so lange ich im Gemeinderat bin", konterte Dritter Bürgermeister Gerrit Hoppe. "Aber wir haben ganz tolle Vereine, weil wir Menschen haben, die sich einbringen."

Die Kreditaufnahme sei für den Kindergarten und dieser sei "eine Pflichtaufgabe, die wir einfach machen müssen". Bei der Abstimmung über den Antrag fand Daniele keine weiteren Mitstreiter in den Reihen der Ratsmitglieder.

Es wird komplett renoviert

Einstimmig wurde hingegen der Antrag der Dorfgemeinschaft Ailsbach befürwortet. Die Küche des Hirtenhauses wird demnach komplett renoviert. Aufgrund der Feuchtigkeit werden die Sandsteinwände des alten Gebäudes bearbeitet und eine Wandheizung eingebaut.

Die Elektro- und Wasserinstallation muss teilweise erneuert und die Wände gefliest werden. Die Arbeiten will der Verein in Eigenleistung erbringen. Der Übernahme der Materialkosten in Höhe von 5000 Euro durch die Gemeinde stimmten die Räte zu. Die Küche soll außerdem mit Edelstahlmöbeln und professionellen Gastrogeräten ausgestattet werden, unter anderem auch, weil die vorhandenen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprachen.

Die Anschaffungskosten von 12 500 Euro fördert die Gemeinde mit zehn Prozent, also 1250 Euro.