Was haben Puma und Schaeffler mit dem Noris-Rennen in Nürnberg zu tun? Ein Tipp? Was haben die beiden Herzogenauracher Firmen mit BMW und Audi zu tun? Ah, jetzt ist der Groschen gefallen! Die Herzogenauracher sind jeweils Sponsoren der beiden Automarken. Und sie werden auch bemerkt.
Beim Qualifying am Samstag hatten der Herzogenauracher Reporter und sein Sohnemann Felix die Möglichkeit, mal ganz nah dran zu sein. Nicht irgendwo auf der Steintribüne, die am Samstag bereits brechend voll war. Nein, es ging erst einmal in den VIP-Bereich des Münchner Autoherstellers. Von wegen Autorennen ist wichtig, das Catering zieht erst einmal alle Aufmerksamkeit auf sich. "Papa, die Autos können warten", lautete der Hinweis, dass die Rennwagen sozusagen nicht wegfahren.
Nach Croissants, Spiegelei und Cola zum Frühstück sollte es zur Tribüne gehen.

Sponsoren überall

"Sollte", es ging nämlich am Sportplatz vorbei, auf dem zwei Hubschrauber standen - der Rettungshubschrauber, um gegebenenfalls bei Unfällen schnell eingreifen zu können, zum anderen der TV-Hubschrauber, um genau diese Unfälle zu übertragen - und natürlich das Rennen. Die Fluggeräte waren wiederum interessanter als die Boliden der DTM, die bereits im Hintergrund zu hören waren, das freie Training hatte trotz Frühstück der Gäste begonnen.
Der Weg zur Tribüne stellte sich als hindernisreich heraus. Vorbei an den beeindruckenden Aufbauten der Automarken, der Sponsoren, der Verkaufsstände. "Glücksrad drehen und gewinnen", skandiert Felix. "Hier unterschreiben und das Sportmagazin 14 Tage umsonst bekommen, dann als Abo weitermachen und Ihr Sohn darf drehen!" Der Verkäufer grinst überlegen, da Felix bereits die Hand am Rad hat.
Nachdem die Tränen weggewischt waren - das Abo wurde freundlich abgedreht, das Glücksrad drehen dann auch - war das DTM-Fan-Gespann endlich auf der Bühne angekommen. Gehörschutz aufgezogen, Baseballkappen gegen die Sonne auf den Kopf und Blick in Richtung der bis zu 300 Kilometer schnellen Boliden. Satte V8-Motoren dröhnen. Vor allem, wenn die Fahrzeuge an der Boxeneinfahrt die Strecke verlassen. Einen schlauen Blick gab es von dem Sechsjährigen: "Papa, wusstest Du, dass die Zylinderbankwinkel 90 Grad betragen und maximal vier Liter Hubraum und maximal vier Ventile pro Zylinder zugelassen sind?" Nein, wusste er nicht. Auch nicht, dass das Ansaugsystem mit zwei Luftmengenbegrenzern mit maximal je 28 Millimeter Durchmesser ausgestattet sein muss. Was er wusste, war die Tatsache, dass die DTM-Triebwerke etwa 500 PS haben.

Infos für den Papa

Nach dem freien Training hatte Papa wenigstens die Chance, seine Wissensdefizite aufzuholen: In der Boxengasse und beim Boxenbesuch durften nur die Erwachsenen mit, während Kinder durch Mitarbeiterinnen der Autofirma betreut wurden. Im Schnelldurchlauf die Boxenerkenntnisse: Die Fahrzeuge wiegen wegen der Carbonherstellweise nur knapp über eine Tonne, das Mindestgewicht eines DTM-Autos inklusive Fahrer, Anzug und Helm beträgt 1110 Kilogramm, den DTM-Fahrer umgibt im Cockpit eine innovative Kombination aus Einheitsmonocoque und -käfig. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit Crash-Strukturen an beiden Seiten sowie vorn und hinten ausgestattet. So, das wusste Felix nicht - zumindest nicht alles.
Da der Samstag recht anstrengend war (Scirocco-Cup, Porsche-Cup, Mittagessen, Oldtimer-Parade, Autogrammstunden...) galt es am Sonntag das Rennen entspannt vor dem Fernseher anzuschauen. Das ist nicht ganz so laut, aber auch nicht ganz so live. Daher nicht ganz so spannend. Ach ja, gewonnen hat auch jemand, aber das spielt nach so einem Wochenende keine Rolle mehr. Wen diese Namen interessieren - im Sportteil gibt es mehr...