Man nehme ein fränkisches "Wärdshaus" (neuhochdeutsch: Wirtshaus), "a" Mundartsprecherin mit "aaner Goschn wie a Schwerd" (neuhochdeutsch eine eingeborene Sprecherin mit einem fürchterlich frechen und scharfzüngigen Mundwerk) und mit "aaner Quedschn (mit einem Akkordeon), an "Deufelsgeiger" (neuhochdeutsch: einen Musiker mit einer Stange, an der verschiedene fürchterlich klingendeGerätschaften befestigt sind) und fertig ist eine Musikgruppe, die jeden Raum zu erheitern vermag, und los geht ein lustiger Abend.

Drei Stunden SpaßSo geschehen beim Heimatverein im (wahrscheinlich kleinsten Wirtshaus in Franken) im Steinweg Nr. 5. Rund 30 Zuhörer haben sich das Duo Emmi Weiß und Fritz Rabenstein "angetan" und waren begeistert bei einem rund dreistündigen Programm, natürlich nur in Fränkisch! Man hörte endlich einmal wieder alte fränkische Redewendungen wie edserdla und sooderla, nocherdla, budder-waach und fei wergli.

Und zu den Redewendungen passte dann auch die Musik: "kenna däd i scho, obber meeng du i nedd" (ich könnte schon aber ich mag nicht!) oder "Wos isn dees, des is doch goär niggs, des is nu wenicher als weng, su wos hob ich nu ni nedd gsäng!"

Dass man bei einem solchen Gassenhauer ganz einfach mitsingen muss, versteht sich von selbst. Und so erbebte das älteste Haus in Herzogenaurachs Mitte beim "Gesang = Geblääg" zu Emmis Quetschenklängen.

LebensweisheitenUnd letztlich gab es auch etliche Lebensweisheiten von Emmi Weiß, wie zur "galvano-kosmetischen Gesichtsbehandlung", dem Auftragen einer Antifaltencreme, oder den Ausflug in ein digital gesteuertes Gasthaus ohne Personal, in dem alles nur per Sprechanlage abläuft und in dem die Bestellung von "zwei Seidlein Bier" ein hoffnungsloses Unterfangen ist.

Fazit: Schee woärs und es hätte sogar noch "a weng" mehr sein können!