O.K. - sie haben mich alle gewarnt. "Wenn Du Bamberg laufen willst,dann trainiere wie auf einen Marathon!" Lächerlich! Es ist ein Halbmarathon und es bleibt ein Halbmarathon. Wer zweimal 42,195 Kilometer gelaufen ist, wird sich wegen lächerlicher 21Komma bisschen was, doch keine Gedanken machen.
Allein anhand der Tatsache, dass der Marathonmann nun einige Monate nichts gepostet hat, zeigt sich, dass dem nicht ganz so war. Um es auf den Punkt zu bringen: Nach Bamberg hatte ich keine Lust mehr. Laufen und Spaß sind zwei Dinge, die weit auseinander liegen. Statt fröhlichem Training, stand nach dem Bamberger Lauf eine lange, sehr lange Ruhephase ins Haus.

Überlegungen zu Bamberg

Doch wie kam es denn dazu? Die Vorbereitungen für den Lauf durch die zugegebenermaßen schöne Landschaft rund um Bamberg und die noch schönere Innenstadt war eigentlich optimal.
Wobei das Wort "Eigentlich" benutz wird, wenn es eigentlich genau das Gegenteil des Gesagten war. Aber egal...
Die Vorbereitung war optimal, aber zu "flachlandtirolerisch". Die Tour entlang des Europakanals, rund um den Dechsendorfer Weiher, war für die Vorbereitung nicht alles. Was vor allem daran lag, dass die Höhenunterschiede gut 30 Meter betrugen - auf die ganze Strecke.

Bergauf und bergab

In Bamberg sah das Streckenprofil dann aber ganz anders aus. Nach dem Start ging es exakt einen Kilometer gerade aus, und dann kam der Berg. Vier Kilometer ging es eine unmenschliche Steigung hinauf. Lachende Gesichter am Rande. Nachmittag und die entsprechende Hitze erleichterten den Aufstieg nicht wirklich. "Quäl Dich", waren noch die netten Sprüche der "Nicht-Läufer", die den Streckenrand mit den diversesten fränkischen Bieren säumten. Manchmal drang aus einem Garten sogar der Duft einer durchaus genießenswerten fränkischen Wurst in des Läufers Nase. Aber ehrlich: Motivierend war das nicht unbedingt...

Aufgeben oder Laufen?

Vier Kilometer bergan, zum Teil, am Ende des Stückes Richtung Altenburg eher kriechend denn laufend, sorgten für schwere Beine. Die nachfolgenden Pflasterstraßen bergab, sorgten nicht unbedingt für eine Entspannung nach dem anstrengendem Stück. Und Danke an dieser Stelle auch an all diejenigen, die von der "tollen Aussicht und dem schönen Streckenverlauf" sprachen - wer kaputt ist, zeigt daran nicht unbedingt ein hohes Interesse.
Im Gegensatz zu den beiden Marathons, habe ich auf den 21 Kilometern sehr oft an das Aufgeben gedacht. Es war kein "Mann mit dem Hammer", der einen ein paar wenige Kilometer ärgert, es war ein Dauerbegleiter, der ins Ohr flüsterte: "Taxi ist bequemer!"

Wie geht es weiter?

Egal wie, der Lauf war irgendwann vorbei. Im hinteren Drittel der Läufer angekommen, den Besenwagen nicht gesehen. Nicht ausgestiegen... Und trotzdem war es dann anders. Die Lust nach Bamberg dreimal die Woche rauszugehen, war deutlich verringert...
Doch Schluss mit dem Wehgeklage, jetzt geht es wieder los...
Motiviert den Marathonmann, gebt ihm Tipps. Wo soll er mal mitlaufen und über eine Laufgruppe berichten? Wollt ihr mit ihm mal eine ganz andere Sportart ausprobieren? Er ist dabei! Jetzt geht es wieder los und auch an dieser Stelle wird es wieder sportlich. Ich freue mich auf euch und eine erhöhte Schrittfrequenz...