"Wir zelebrieren nicht uns selbst, wir feiern, dass die Gedanken Adolph Kolpings lebendig sind und in das Heute übertragen werden", sagte Wilfried Wittmann, Diözesanpräses der Kolpingsfamilien. Über ihren geistigen Vater Adolf Kolping war beim Jubiläum der Höchstadter Kolpingfamilie noch viel zu hören.

Vor 25 Jahren gegründet, feierten die "Kolpinger" wie sie sich selbst nennen, Jubiläum. Wie bei "Familienfeiern" üblich, gab es viel zu erzählen. Insbesondere über den Elan der ersten Jahre, an die man sich gern erinnert. Vor dem Festakt im Pfarrheim traf man sich zum Gottesdienst in der Spitalkirche. Hauptzelebrant und Festprediger war Dekan Kilian Kemmer, Konzelebrant Präses Wittmann.

Viele Freunde waren gekommen, darunter auch die "Paten" aus Herzogenaurach, die das "Neugeborene" mit aus der Taufe gehoben hatten. Gründungsvorsitzender Rudolf Weißmann und Anton Rabl, damals Vorsitzender der Kolpingsfamilie Herzogenaurach, hatten daran besonderen Anteil.

Dem Paten kam die Aufgabe zu, das schwarz-orangefarbene Banner mitzubringen. Beim Festzug zum Pfarrheim wurden die Fahnen als Zeichen der Verbundenheit zwischen den Kolpingfreunden aus Forchheim, Herzogenaurach und Höchstadt vorangetragen.

Wilfried Stocklassa, derzeit "Familienvater" der Höchstadter, hatte eine ganze Reihe Gäste zu begrüßen. Kolpings Worte seien heute so aktuell wie damals, so der Tenor der Grußredner. Zweiter Bürgermeister Günter Schulz bezeichnete Kolping sogar als einen "Visionär in der Lösung sozialer Probleme".

Rudolf Weißmann, von der Gründung bis 2005 Vorsitzender, ist heute Diözesanvorsitzender. Beim Gründungsfest "ging die Post ab", erzählte er. Auch an die legendäre Band "Seven for Heaven" erinnerte er. Dem "tollen Start" sei eine überaus erfolgreiche Arbeit mit Erwachsenenbildung, Vorträgen, Computerkursen gefolgt. Von 40 bei der Gründung stieg die Mitgliederzahl auf 250 im Jahr 2003. Als besonderen Erfolg wertete Weißmann den "trilateralen Jugendaustausch" zwischen Ungarn, Castelbar und Höchstadt.

Heute zählt die Kolpingfamilie 150 Mitglieder. Um ihren Fortbestand sorgt sich Weißmann nicht. Er sieht vielmehr die Probleme von heute, die denen in Kolpings Zeit sehr ähnlich sind: "Die Gesellschaft bricht auseinander."

Die Zukunft werde zeigen, dass die Menschen wieder ein Zuhause brauchen. "Nachhaltiges Tun" hat sich Weißmanns Nachfolger, Wilfried Stocklassa zum Ziel gesetzt. Er berichtete von herrlichen Wochenenden, Ausflügen, Reisen bis nach Südafrika, von Kegelabenden, Sommerfesten und Brauchtumspflege. Der Langos-Stand beim Altstadtfest sei aus dieser Zeit hervorgegangen. In diesem Jahr sei Höchstadt nach Ungarn eingeladen.

Was ihn an Adolph Kolping fasziniert, fasste Präses Wittmann zusammen. Kolping habe die Not der Menschen gesehen und sich unermüdlich, insbesondere für die Jugend, eingesetzt. Seine Schriften seien ein lebendiges Vermächtnis, das bis heute nachwirke. Es zeige seine enge Verbindung von Glauben und Handeln, Aktion und Gebet, Gottvertrauen und Eigeninitiative.
Ein "Interview", zu dem Alexander Schulz Rudolf Weißmann, Anton Rabl und Wilfried Stocklassa zusammen brachte, brachte ganz persönliche Eindrücke über Vergangenheit und Zukunft der Kolpingfamilie zutage. Musikalisch begleiteten Henrike Fröhlich (Querflöte) und Lorenz Polifke durch den Abend.

Geehrte
Diese langjährigen Mitglieder, darunter viele Gründungsmitglieder, konnte Stocklassa für ihre Treue bei den Jubiläumsfeierlichkeiten auszeichnen: Michael Alletsee, Klaus und Maria Düthorn, Marie-Luise Först, Elfriede und Hermann Geier, Marga und Walter Huber, Erwin Hutterer, Hanne und Hermann Proksch, Franz Rabl, Alois Schell, Georg Schockel, Sieglinde Schulz, Rudolf Schwandner, Christine und Rudolf Weißmann sowie Gerhard Wirkner.