Der fehlende Niederschlag und die anstehenden Johannisfeuer kommen sich bayernweit ein wenig in die Quere. Doch in Höchstadt steht keine Absage im Raum.
Der sogenannte Graslandfeuerindex (GLFI) schlägt höchsten Alarm rund um Höchstadt. Der Landkreis ist auf der Karte des Deutschen Wetterdienstes in dunkles Violett getaucht. Das signalisiert größte Gefahr, schlimmer noch als Feuerrot. Nicht nur die Wälder, sondern auch die ausgetrockneten und abgestorbenen Wiesenflächen sind also leicht entzündlich und somit stark gefährdet. Es ist also eigentlich nicht ratsam, auf genau solchen Flächen große Feuer zu entzünden, wie es zur aktuellen Jahreszeit rund um die Sonnwende traditionell üblich ist.
Einige Johannisfeuer und Sonnwendfeiern in Bayern und Franken wurden deshalb schon abgesagt, andere Organisatoren warten vorsichtshalber so lange wie möglich mit einer endgültigen Entscheidung. Viele befürchten, ein unnötiges Risiko einzugehen.
Umgebung wird bewässert
Die Feuerwehr Höchstadt wird auch in diesem Jahr das heutige Johannisfeuer der Pfadfinder vom Stamm Hohestete auf dem Sonnenstuhl begleiten und absichern. Eine Absage steht nicht im Raum. "Die Genehmigung der Feuer ist aber generell eine Sache des Ordnungsamtes", sagt Wolfgang Glotz, Kommandant der Höchstadter Feuerwehr.
Doch auch er ist sich der erhöhten Gefahr durch die anhaltende Trockenheit durchaus bewusst: "Wir werden die nähere Umgebung der Feuerstelle noch vorsorglich bewässern, damit sich das Feuer nicht so schnell ausbreitet." Doch weitere, größere Probleme sieht er nicht auf die Feuerwehr oder die Besucher zukommen. "Nach etwa einer halben Stunde ist das Feuer schon ein Stück niedergebrannt. Dann gibt es kaum noch Funkenflug." Und wenn doch ungewünschte Glutnester oder ähnliches entstehen sollten, dann sei die Feuerwehr ja vor Ort und könne direkt eingreifen.
Trockener Untergrund sei um diese Jahreszeit auch kein allzu ungewöhnlicher Umstand für die Ausrichtung der Johannisfeuer: "Ich denke, das ist nicht der erste Vorsommer, in dem es nicht so viel regnet", sagt Wolfgang Glotz. Unter Aufsicht der Feuerwehr seien die Johannisfeuer durchführbar.
In der unmittelbaren Nähe zu Waldgebieten sähe es schon etwas anders aus. Mindestens 100 Meter Abstand zum Waldrand sind Pflicht. "Aber auf den Wiesen, das ist nicht das große Drama", so Glotz. Auch Julian Kramer, Vorsitzender vom Stamm Hohestete, sieht dem Feuer gelassen entgegen: "Wir freuen uns ja, wenn es warm ist."
Vorsicht ist geboten
Doch Achtung: "Die Gefährlichkeit eines Feuers ist zurzeit dennoch nicht zu unterschätzen. Gerade im privaten Bereich", warnt Wolfgang Glotz. "Besonders wenn jemand am Waldrand wohnt, wie viele Menschen in Höchstadt-Süd."
Die Waldbrandgefahr ist in Nordbayern weiterhin hoch bis sehr hoch. Es sei daher absolut unverzichtbar, jederzeit ein Löschmittel wie Wasser oder Sand bereitzuhalten, um einem Großbrand vorzubeugen.