Von null bis drei Fällen in diesem Schuljahr spricht ein Mitglied des Direktorats des Höchstadter Gymnasiums. Genauer will Herr Müller (Name geändert) die Zahl der Schüler nicht beziffern, die für das Mittagessen oder die Klassenfahrt auf finanzielle Hilfe angewiesen sind oder waren. Als Vertrauensperson betroffener Eltern berücksichtigt er die zugesagte Privatsphäre.

"Die Zahlen sind rückläufig"

Dank brummender Konjunktur und konstant niedriger Arbeitslosenzahlen hat er mit der Bearbeitung solcher Fälle nicht mehr viel zu tun. "Die Zahlen sind Gott sei Dank rückläufig", sagt Müller. Laut Sozialgesetzbuch II (SGB II) springt das Landratsamt mit den seit 2011 geltenden Leistungen zur Bildung und Teilhabe beispielsweise für das Mittagessen ein.

Nur bei Härtefällen greift das Gymnasium auf seinen Verein der Freunde und Förderer zurück. "Das kann passieren, wenn Eltern Zwillinge haben, die gleichzeitig Unterstützung brauchen", erklärt Müller. Auch hier hält er sich zur Wahrung der Anonymität mit weiteren Beispielen zurück.

Stillschweigen vereinbart

Selbst die Mitschüler und Lehrer der betroffenen Kinder erfahren in der Regel nicht, dass der Skikurs oder die Studienfahrt aus der Staatskasse oder aus den Jahresbeiträgen des Fördervereins bezahlt wurden. Dank weniger Härtefälle hat der Fonds im Moment mehr Geld für Musikinstrumente und ähnliche Anschaffungen übrig.

Im gesamten Landkreis wurden im vergangenen Jahr 40 Schüler bei der Mittagsverpflegung bezuschusst, wie die Pressestelle des Landratsamts bekannt gab. Die Kosten für mehrtägige Klassenfahrten haben 72 Kinder und Jugendliche erstattet bekommen. Aufgrund keiner oder nur geringer Kosten gab es bei eintägigen Ausflügen keine Anträge.

Seinem Gefühl nach hat sich die Zahl betroffener Schüler nicht verändert, meint Michael Ulbrich, Rektor der Ritter-von-Spix-Mittelschule Höchstadt. "Es dürften etwa fünf bis sechs Fälle pro Schuljahr sein", sagt er. Wenn der Staat nicht hilft, verfüge die Schule über zwei Möglichkeiten. "Wir haben einen kleinen Sozialfonds, der sich aus Spenden zusammensetzt, und wenden uns gelegentlich an die Franz-Beckenbauer-Stiftung", erklärt Ulbrich.

Ist die Hilfe berechtigt?

Zunächst wäge die Schulleitung zusammen mit dem Klassenlehrer ab, ob Hilfe berechtigt und sinnvoll ist. Dies sei zum Beispiel bei mehreren Kindern pro Familie oder bei einer Bündelung von schulischen Veranstaltungen der Fall. "Aber auch die Franz-Beckenbauer-Stiftung will wissen, worum und um wen es geht", sagt der Rektor.

Auch die Grund- und Mittelschule Wachenroth/Mühlhausen hat einen solchen Förderverein. "Der greift dann ein, wenn die Eltern knapp über dem Einkommens-Niveaus liegen, das zu staatlichen Leistungen berechtigen würde", sagt Schulleiterin Gudrun Boss, die dies selbst überprüft. Wie häufig einer ihrer Schüler Hilfe braucht, wisse sie nicht genau. "Wir haben aber einige Fälle." Vor allem beim Mittagessen, das im Ganztagszweig Pflicht ist, mache sich das bemerkbar.

Ob Geld aus der Staatskasse, Zuschüsse von schulischen Fördervereinen oder der in Erlangen-Höchstadt häufigste Fall der Selbstzahlung - kein Schüler muss auf sein Mittagessen, den Wandertag oder die Klassenfahrt verzichten.

Bildung und Teilhabe