"Ein Hort wird erwachsen" und "Kinder wie die Zeit vergeht" hieß es bei der Jubiläumsfeier von "Hort 1" in der Carl-Platz-Schule. Der Kinderhort im früheren Hallenbad an der Carl-Platz-Schule war vor 25 Jahren die Geburtsstunde der Ganztagsbetreuung in Herzogenaurach.
Grund genug für die Hortkinder, Eltern und "Ehemaligen" sowie die Erzieherinnen, den Geburtstag auch gebührend zu feiern. "Die Namen Hort 1 und Hort 2 sollten mal geändert werden, es gibt doch so viele schöne Namen", meinte Bürgermeister German Hacker (SPD) bei seinem Grußwort. Er hatte zwei Fußbälle und ein Geldgeschenk mitgebracht.
Vor 25 Jahren standen drei Herzogenauracher berufstätige Mütter vor dem Problem: "Wohin mit den Kindern?", und sie wandten sich an die Stadt.
Vor 25 Jahren gab es noch keine Diskussionen um eine Ganztagsbetreuung, und auch die Stadtratsgremien sahen keine Veranlassung, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Die Mütter Andrea Webermann und Irene Zwack sowie Andrea Hoch gaben nicht nach und initiierten eine Unterschriftenaktion. Das Ergebnis war, dass sehr wohl Bedarf nach einer Kinderbetreuung nach dem Schulunterricht bestand.
Die SPD-Fraktion, im Stadtrat in der Opposition, nahm sich des Themas an, und auch die übrigen Fraktion im Stadtrat registrierten den Bedarf und waren einer Kinderbetreuung nicht abgeneigt. Der ehemalige SPD-Stadtrat Gotthard Lohmaier war es, der im Kulturausschuss im Mai 1988 den entsprechenden Antrag stellte, der auch von Horst Körner, Franz-Josef Lang (beide CSU) und Fritz Welker (FW) unterschrieben wurde. Die Stadträte beauftragten den damaligen Bürgermeister Hans Ort und die Stadtverwaltung, das Projekt in die Wege zu leiten.
Nachdem das Hallenbad mit dem Bau des Freizeitbades Atlantis überflüssig wurde, kam ein Umbau. Der Stadtrat übergab der katholischen Kirchenstiftung die Trägerschaft, und im September 1991 nahm in einem Teil des Gebäudes der Kinderhort seinen Betrieb auf. Aber schon wenige Wochen später waren alle Hortplätze belegt, ein Trend, der bis heute anhält, wie auch Bürgermeister Hacker in seinem Grußwort feststellte. Zwischenzeitlich kam zum "Hort 1" der "Hort 2".


Kinder als Ehrengäste

Der "Hort 2" gratulierte den "Nachbarn" mit einem Ständchen, und Pfarrer Helmut Hetzel erinnerte an die "ganz vielen schönen Sachen", die er mit dem Hort schon erlebte habe, und sowohl er, als auch Bürgermeister Hacker dankten den Erzieherinnen und den Eltern. "Ohne euch gäbe es überhaupt keinen Hort, deshalb seid ihr heute die Ehrengäste", richtete der Bürgermeister das Wort an die Kinder und ließ die zwei Bälle über den Boden rollen.
Wegen des unsicheren Wetters wurden Kinder, Eltern und Besucher in der Schulaula unterhalten. Martin Maes als Vater und Hortschüler Robert als Sohn führten durch die Darbietungen. So erzählte der Vater von den "coolen" Veranstaltungen, Ausflügen und Unternehmungen, die dann von den Hortkindern auf die Bühne gebracht und nachgespielt wurden. Von der Hausaufgabenbetreuung und Sport bis zu Tanz und den Neigungsgruppen reicht auch heute noch das Angebot. Auch eine kleine Modenschau mit der vor 25 Jahren aktuellen Kleidung zeigten die Kinder, und kleine "Forscher" führten Experimente vor.
"Ein Vierteljahrhundert Arbeit für Kinder und Familien liegt hinter uns - 25 Jahre sind 300 Monate, 6600 Arbeitstage ausgefüllt mit unzählbaren Situationen und Kinderlachen, aber manchmal auch mit Tränen", berichtete Hortleiterin Natascha Ruff. In dieser Zeit gab es viele Ideen, die Umsetzer brauchten, viele Überraschungen, die den Alltag durcheinander brachten, Spaß und Ärger, Freude und Trauer und manchmal auch Verzweiflung, Hoffnung und vieles mehr. "Eins kann ich sicherlich sagen, langweilig war es nie", zog die Leiterin als Fazit.
So seien 25 Jahre pädagogische Arbeit im Hort auch Jahrgänge, die begleitet wurden. "Ich freue mich heute sagen zu können, dass unser Haus in einer besonderen Atmosphäre geleitet wurde und wird", so Natascha Ruff. Sich willkommen zu fühlen, man selbst sein zu dürfen, wo Fehler als menschlich gelten, ein offenes Ohr und ganz viel Herzlichkeit sowie eine gute Portion Humor vorhanden sind. "Das ist meiner Meinung nach die richtige Mischung für eine Kindertagesstätte", davon ist die Leiterin überzeugt. Nach den Aufführungen wurde in den Horträumen mit Märchenerzähler, einem Quiz und Spielen weiter gefeiert.