Viele Ideen hatten die Mitglieder der Musikinitiative Herzogenaurach, um sowohl das 25-jährige Bestehen der MIH als auch das zehnte Jubiläum des Musicbase-Festivals zu feiern. Dann schlug Covid-19 zu - die Feierlichkeiten mussten verschoben werden.

Aber ganz ohne Feier im Sommer geht es nicht bei der MIH. Deshalb wurde die Idee geboren, zu einem Covid-19-konformen "Musigggaddn" einzuladen. Der Vorstand setzte sich zusammen und arbeitete innerhalb von nur zwei Wochen ein Konzept aus, wie eine solche Veranstaltung aussehen könnte.

Viele, durchaus kostspielige Hygieneregeln galt es einzuhalten. Hier war Unterstützung vonnöten - sowohl bei der Planung als auch später bei der Umsetzung. Ein Teil dieser Unterstützung kam prompt von der Stadt Herzogenaurach, und das nicht nur in Form eines Zuschusses. Durch die Planung und Durchführung von Großveranstaltungen in Coronazeiten verfügt die Stadt bereits über Fachkenntnisse und Erfahrungen. Diese stellte sie dem MIH-Vorstand gerne zur Verfügung. Trotz des akribisch ausgearbeiteten Hygienekonzeptes der MIH kam nach einer Prüfung nochmals eine Liste mit 13 Punkten zustande, die es abzuarbeiten galt.

Höchstens zu viert auf einer Decke

Grundgedanke der Veranstaltung war folgender: Maximal 80 Zuschauer, die höchstens zu viert auf mitgebrachten Picknickdecken in 20 abgegrenzten Bereichen sitzen und auf genau definierten Wegen laufen. Um das umzusetzen, wurde ein aufwendiges Anmeldeverfahren kreiert. Als erstes mussten die Zuschauer eine Reservierungsanfrage an die MIH senden. Daraufhin erhielten sie einen Anmeldeschein, den es auszufüllen und einzureichen galt. Zu guter Letzt wurden die Bestätigungen verschickt, auf denen die Platznummern für die Picknickdecken sowie das Zeitfenster und die Nummer des Einganges für das Betreten des Geländes verzeichnet waren.

Die Vorbereitung des Geländes war ebenso arbeitsaufwendig wie die Organisation. Hier war Teamwork bei der MIH gefragt. Parzellen abgrenzen, markieren, Wege kenntlich machen - um nur einige Arbeiten zu nennen.

Dann war der Tag des "Musigggaddns" da. Die Besucher wurden zu den Parzellen gebracht und nochmals auf die Maskenpflicht außerhalb der Picknickdecke aufmerksam gemacht. Olaf Kaddatz betrat die Bühne, erklärte die Bedingungen, unter denen die Veranstaltung stattfinden konnte und kündigte die erste Band an: "Smiley & Friends".

Und da war es wieder - das Feeling, das so viele vermisst hatten: professionelle Bühnenbeleuchtung, toller Sound - und das Wichtigste: Live-Musik. "Dies ist der erste Auftritt seit sechs Monaten - und wir haben kein einziges Mal geprobt!" - so Thomas "Smiley" Schönfelder. Die Zuschauer quittierten das mit lachendem Applaus. Auch dem Hinweis: "Auf den Decken darf durchaus getanzt werden" kamen einige Besucher nach.

Das bis dahin perfekte Sommerwetter begann etwas zu schwächeln, es begann zu tröpfeln. Das störte die wenigsten, Live-Musik auf der MIH war wichtiger. Thomas "Smiley" Schönfelder, Werner "Pfanni" Pfannerer, Tassilo Pesold und Jojo Schmid boten eine Mischung aus Oldies, Hits und Evergreens.

Wetter wie in Wacken

Die für diesen Auftritt vorgesehene Stunde ging sehr schnell vorüber, und nach einer kurzen Umbaupause übernahm die "Crazy Blues Band" den restlichen Abend. Jürgen "Crazy" Krejsa, Jürgen "Beppo" Hildel, Werner "Snoopy" Lorenz, Mike Amon, Jörg Hilse und Felix Kastner entführten die Zuschauer in die Welt des Blues. Die Freude an diesem Auftritt wurde allerdings durch einen heftigen Regenschauer etwas getrübt. "Das ist genau das richtige Wetter für ein Festival", witzelte ein Besucher in Anspielung auf Wacken, das ja für Regen und Schlamm berühmt und berüchtigt ist.

Schnell ging die Zeit vorbei. "Eine Wiederholung ist auf jeden Fall geplant", versprach Thomas Schönfelder. Das weckt die Vorfreude auf weitere musikalische Stunden bei der MIH.