Alexander Frank stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Es hat hier in seinem Bereich locker 25 Grad - und das ist keine Ausnahme. Frank ist Lackierer, seit 14 Jahren schon. Er sorgt dafür, dass Autos schön aussehen. "Die Temperatur wird benötigt", sagt Frank durch seine Schutzmaske. Lack liebt Wärme. Wenn er fertig ist mit dem Opel, der hier bei ihm in der Lackierkabine steht, wird die Kabine auf bis zu 80 Grad hochgeheizt, die Farbe kann trocknen und die linke Flanke des Autos wird wieder in kräftigem Blau leuchten.

So wird im Lackierzentrum Höchstadt 50 Fahrzeugen - mit großen und kleinen Blechschäden - jede Woche zu neuem Glanz verholfen. Und selbst 40-Tonner können hier gespritzt werden - die Halle ist dafür ausgelegt. Chef des noch jungen Unternehmens ist Michael Fünfstück. Der Adelsdorfer hat sich im letzten Jahr mit seiner Lackierfirma im Gewerbegebiet Aischpark angesiedelt.
Früher war das Unternehmen im Lappacher Weg. Doch die Halle wurde schnell zu klein. Im letzten Jahr zog die Firma um. Dadurch konnte die Energieeffizienz gesteigert werden, was dem Betrieb jetzt die Mitgliedschaft im Umweltpakt Bayern einbrachte. Landrat Eberhard Irlinger überreichte die Mitgliedsurkunde dazu am Mittwoch an Michael Fünfstück.

Vollautomatische Kabinen
In der 1700 Quadratmeter großen Halle stehen Autos zur Instandsetzung in jeder Farbe und Ausführung. Die Auftragsbücher sind voll. Michael Fünfstück ist zufrieden, wie es läuft. Ein gewisses Risiko habe er natürlich verspürt, als die Firma sich vergrößerte. Allein für die zwei Lackierkabinen und die Multiarbeitsplätze hat Fünfstück 600 000 Euro investiert.

Im alten Betrieb gab es nur eine Lackierkabine, die den Nachteil hatte, dass sie mit Öl beheizt wurde. Die neue wird jetzt mit Gas betrieben, "das ist energieeffizienter", sagt Fünfstück. Der Computer übernimmt die Steuerung. Wenn Lackierer Alexander Frank seine Arbeiten unterbricht, fährt die Kabine automatisch in den Energiesparmodus. Erst wenn Frank die Pistole aktiviert, fährt die Technik wieder hoch.

Bevor gespritzt wird, mischt jeder Lackierer die auf Wasser basierenden Lacke selbst zusammen. Dabei müssen genaue Farbtonmischungen aus 60 bis 70 Grundfarben eingehalten werden. Dann folgen meist drei Lackier-Durchgänge: erst Farb- dann Klarlack. Danach muss die Farbe in der Regel 30 bis 40 Minuten trocknen.

Am Ende folgt das sogenannte "Finish", das Andreas Rother an einem BMW zeigt. Obwohl in den Kabinen im Boden ein Abzug angebracht ist, gibt es immer wieder kleine Stellen im Lack, die uneben sind. Die feinen Blasen oder Einschlüsse werden beim Finish entfernt und danach poliert - die Autos sehen so wie neu aus. Eine Kot-flügelreparatur kostet vielleicht 250 Euro. Ein kompletter Kleinwagen ab 2500 Euro aufwärts. Aber klar, das komme immer auch auf den Schaden an, sagen die Experten.

Michael Fünfstück beschäftigt momentan 20 Mitarbeiter. Auf seinem Schreibtisch liegen aber schon die nächsten Bewerbungen. Denn er will weiter expandieren. 30 bis 40 Mitarbeiter soll sein Unternehmen bald haben, um dann hundert Autos pro Woche lackieren zu können.

Das Geschäft mit den Lkws und Bussen will der 33-Jährige weiter ausbauen. Im Jahr sollen dann bis zu hundert Schwerlastkräne, die man von Baustellen kennt, in seiner Firma gespritzt werden. Eine große Lackierkabine für Lkws hat Fünfstück bereits. Eine zweite könnte bald folgen. Michael Fünfstück hat sich auf Farbe spezialisiert - das macht sich derzeit bezahlt.


Umweltpakt Bayern
Das Lackierzentrum ist der 38. Betrieb im Kreis, der im Umweltpakt Bayern ist. Der Pakt wird für fünf Jahre mit dem Umweltministerium geschlossen und umfasst die Verpflichtung, Ressourcen einzusparen und umweltschonende Technik einzusetzen.