• Waldbrand bei Erlangen: Feuerwehr mit Großaufgebot im Tennenloher Forst
  • Rund 60 Einsatzkräfte versuchen, Ausbreitung von Brand zu verhindern
  • "Munitionsbelastung vermutet": Explosionsgefahr erschwert Einsatz zusätzlich
  • Wegen akuter Erschöpfung: Feuerwehrkraft muss medizinisch versorgt werden

Am Montagabend (4. Juli 2022) rückten zahlreiche Feuerwehren zu einem Großeinsatz unweit von Erlangen aus. Grund für die Alarmierung war ein Waldbrand im Tennenloher Forst. Besonders heikel: Das Naturschutzgebiet gilt als extrem gefährlich. In den 1930er-Jahren diente die Waldfläche der Wehrmacht als Standortübungsplatz. Bis heute finden sich dort Granaten und Bomben aus der Zeit. "Das ist tatsächlich ein Bereich, wo Munitionsbelastung vermutet wird", erklärt Christian Seitz, Pressesprecher der Feuerwehr Erlangen, inFranken.de

Waldbrand in Erlangen: Feuerwehr-Sprecher schildert gefährlichen Einsatz im Tennenloher Forst

Hinweisschilder im Tennenloher Forst weisen darauf hin, dass das gesamte Gelände wegen seiner historischen Nutzung mit Kampfmitteln belastet ist. Für Spaziergänger besteht aufgrund von "Lebensgefahr" ein "absolutes Betretungsverbot außerhalb der befestigten Wege". Die bestehende Explosionsgefahr erschwerte die für die Feuerwehr ohnehin schon brenzlige Lage am Montag zusätzlich. "Wir haben versucht, die Detonationsgefahr möglichst gering zu halten", schildert Feuerwehr-Sprecher Seitz das Vorgehen seiner Kollegen.

Mit einer Drohne wurde das sich ausbreitende Bodenfeuer aus der Luft beobachtet. "Weitere Einsatzkräfte rückten mit Tanklastzügen an", berichtet Seitz. Mit rund 60.000 Litern Wasser versuchte die Feuerwehr demnach, den Schwelbrand unter Kontrolle zu bekommen. Die enorme Anstrengung ging nicht bei allen Bediensteten folgenlos vorüber. "Eine Feuerwehrkraft musste wegen Erschöpfung medizinisch behandelt werden", berichtet der Sprecher der Erlanger Feuerwehr.

Bis spät in die Nacht kämpften die etwa 60 Einsatzkräfte gegen das Feuer, das teilweise unter dem Erdboden kohlte. "Wir waren bis 23 Uhr im Einsatz, insgesamt knapp sechseinhalb Stunden." Das Löschen der Flammen erfolgte auf dem gefährlichen Terrain stellenweise aus der Entfernung.

"Wir mussten unsere Löschmaßnahmen oft aus der Deckung heraus durchführen", hält Seitz fest. Der aufwendige Kraftakt sollte sich indes auszahlen. Nach stundenlanger Arbeit gelang es den Feuerwehrleuten schließlich, den Waldbrand, der sich auf rund 5000 Quadratmeter ausgebreitet hatte, nachhaltig zu löschen.

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