• Das Theatercafé in Erlangen war wegen neuer Brandschutzmaßnahmen in Gefahr
  • Klaus Dyroff initiierte eine Unterschriftensammlung
  • Der Stadtrat fasste am Donnerstag (24. Juni) einen Entschluss: Die Kult-Kneipe ist gerettet

Um die mögliche Schließung des Theatercafés zu verhindern, rief Klaus Dyroff eine Unterschriftensammlung ins Leben. In der Stadtratssitzung wurde dann schließlich über den Erhalt des Theatercafés abgestimmt und eine Entscheidung getroffen.

Update vom 25.06.2021: Theatercafé in Erlangen ist gerettet

Am Donnerstag (24. Juni 2021) hat der Stadtrat in Erlangen über die Zukunft des Theatercafés entschieden. Eine "übergroße Mehrheit" sprach sich für dessen Erhalt aus, berichtet Aktionsinitiator Klaus Dyroff inFranken.de. "Das ist ein sehr schönes Erlebnis für mich als Initiator", sagt er.

Bei der Stadtratssitzung war er selbst anwesend und überreichte zu deren Beginn seine Liste mit über 1800 Unterschriften. Für die positive Entscheidung des Stadtrats sieht er die Aktion "Das Theatercafé retten!" aber nicht als Hauptgrund. "Die Mehrheit im Stadtrat wollte das Café erhalten", relativiert er. "Wir waren schon involviert, aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen."

Wichtig fand Dyroff die Aktion aber für den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Sehr schön war, dass wir eine breite Welle der Solidarisierung in der Erlanger Stadtgesellschaft erlebt haben", sagt er.

Rückblick zum 19.06.2021: Bürger sammeln über 1700 Unterschriften gegen Schließung

Um einen neuen Notausgang zu schaffen, muss es im Erlanger Theater in der Garage eine Veränderung geben. Möglicherweise ist deshalb das angeschlossene Theatercafé in Gefahr. Die Aktion "Das Theatercafé retten!" soll das verhindern.

"Es hat ein Alleinstellungsmerkmal, ist gewissermaßen ein Unikat", erklärt Klaus Dyroff, Initiator der Unterschriftenaktion inFranken.de. Schließlich könne man im Erlanger Theatercafé nicht nur schön sitzen und sich kulinarisch verwöhnen lassen.

"Das Theatercafé ist nicht nur eine Gastronomie-Einrichtung, sondern eine Einrichtung spezieller Art", so Dyroff. Es biete im Gegensatz zu anderen Gastronomie-Einrichtungen auch einen Freiraum für Unterhaltung und für den Austausch unter Kulturinteressierten. Besonders schön sei auch, dass vermehrt junge Menschen das Theatercafé besuchen.

Erfolgreiche Unterschriftenaktion für die Rettung des Erlanger Theatercafés

Auch Alexander Kühn, ebenfalls Unterstützer der Aktion, erklärt: "Es ist eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. Man trifft dort jegliche Couleur von Menschen an." Das Theatercafé sei eine Institution in Erlangen und es habe eine lange Historie. Unter normalen Umständen ist das Theatercafé täglich von 18 bis 1 Uhr geöffnet, montags ist Ruhetag. Viele Theaterbesucher kommen anschließend in das Café, um die Vorstellungen Revue passieren zu lassen, so Kühn. Im Café selbst fänden aber auch immer wieder kleine Veranstaltungen statt.  

Die Unterstützer der Unterschriftenaktion machen sich außerdem Sorgen um die Erlanger Altstadt. Sie sei laut Dyroff gewissermaßen von einer Auszehrung bedroht. "Wenn das Theatercafé schließen müsste, wäre ein weiterer Pfeiler dieser Altstadt tot", befürchtet er. Als Dyroff deshalb von einer möglichen Schließung erfahren hatte, habe er die Aktion "Das Theatercafé retten!" ins Leben gerufen. Zunächst seien in Erlangen Unterschriften auf Papier gesammelt worden, später sei dann noch eine Online-Petition dazugekommen. Insgesamt konnten so über 1700 Unterschriften gesammelt worden. Die Übergabe der gesammelten Unterschriften an Oberbürgermeister Dr. Florian Janik (SPD)  fand am Mittwoch (16. Juni 2021) auf dem Erlanger Rathausplatz statt. 

Grund für die Diskussionen über das Theatercafé sind Brandschutzmaßnahmen. Dyroff erklärt, dass im Theater ein zusätzlicher Fluchtweg geschaffen werden müsse. Für die Umsetzung gibt es dabei mehrere Varianten, wie aus der Beschlussvorlage des Stadtrats hervorgeht. Zwei der Varianten sehen dabei weniger "Gastplätze" im Café vor, eine dritte sogar eine vollständige Umnutzung der Café-Fläche als Lagerraum und neues Foyer. Die vierte mögliche Variante, die in der Beschlussvorlage als "Vorzugsvariante" gekennzeichnet ist, sieht "einen eigenen straßenseitigen Notausgang zulasten von Zuschauerplätzen" des Theaters in der Garage vor.

Für neuen Notausgang: Zukünftig vielleicht weniger Sitzplätze im Theater in der Garage 

Von dieser "Vorzugsvariante" sei die Theaterleitung natürlich nicht begeistert, das könne auch jeder verstehen, so Dyroff. Das Theater in der Garage äußert sich auf seiner Internetseite wie folgt:"In den Stellungnahmen zu den einzelnen Varianten sprach sich das Theater verständlicherweise für den Erhalt möglichst vieler Sitzplätze, eines störungsfreien Vorstellungs- und Probenbetriebs und der dafür notwendigen Einrichtungen (etwa Abendkasse und Garderobe) aus." In der Stellungnahme heißt es weiter, dass die Schließung des Theatercafés kein Anliegen des Theaters sei. Man bemühe sich derzeit um einen Kompromiss.

Eine endgültige Entscheidung für eine der Varianten soll in der Stadtratssitzung am Donnerstag (24. Juni 2021) fallen. Die Unterstützer der Aktion "Das Theatercafé retten!" sind in jedem Fall zuversichtlich. 

Mehr Informationen zum Erlanger Theater: Dreizehn Premieren, fünfzehn Wiederaufnahmen, BÜHNE DIGITAL und ein Theaterbus. Das alles bietet das Theater Erlangen in der Spielzeit 2021/22.