Der 15-jährige Tim (Name geändert) ist schwer an Leukämie erkrankt. Die Ärzte können vermutlich nichts mehr für ihn tun. Der krebskranke Junge gilt inzwischen als "austherapiert". Als Palliativpatient ist er in der Erlanger Kinderklinik untergebracht. Nun hatte Tim einen ganz besonderen Wunsch: ein letztes Weihnachtsfest mit seiner Familie verbringen.

Bei der Erfüllung seines Weihnachtswunsches half ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes. Das "Herzenswunsch-Palliativmobil" des BRK-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt holte den Jungen am ersten Weihnachtsfeiertag am Morgen in der Kinderklinik ab. Zusammen ging es dann in den 60 Minuten entfernten Heimatort des kranken Teenagers. 

15-Jähriger schwer an Leukämie erkrankt: "Es war vermutlich sein letztes Weihnachten"

Die Anfrage hatte das BRK erst kurz vor Weihnachten erhalten. "Innerhalb weniger Stunden stellten wir ein Team aus fünf Helfern quer durch die Bereitschaften im Kreisverband zusammen und machten in zwei Schichten diesen Wunsch wahr", berichten die Verantwortlichen auf ihrer Facebook-Seite. Das BRK-Team brachte Tim mit gemeinsamen Kräften in den dritten Stock. "Er war sehr geschwächt. Nach oben zu laufen, war für ihn leider nicht mehr möglich", berichtet Michelle Janisch vom Koordinationsteam des BRK, inFranken.de

Im Kreis seiner Lieben erwartete Tim eine Vielzahl an kulinarischen Köstlichkeiten. "Die Mutter hatte noch in der Nacht zuvor das Kochen angefangen, damit auch wirklich alles am Weihnachtstag perfekt war." Zum Festmahl wurden die verschiedensten Speisen aufgetischt. Besonders schön: Auch viele Verwandte waren gekommen, um ihren Tim noch einmal zu sehen. "Es war vermutlich sein letztes Weihnachten", erklärt Janisch. "Das hat uns die Kinderklinik im Vorfeld mitgeteilt." 

Umso wichtiger war es, dass Tims großer Weihnachtswunsch noch in Erfüllung ging. Erst gegen 20.30 Uhr kehrten die Ehrenamtlichen und ihr Fahrgast am Abend wieder in der Kinderklinik in Erlangen ein. "Er war abends völlig platt. Aber ansonsten fand er alles superschön", sagt Janisch. "Er war völlig überwältigt und total glücklich." Ausgesprochen positiv fielen demnach auch die Reaktionen von Tims Familie in Hinblick auf die Aktion des "Herzenswunsch-Palliativmobils" aus. "Die waren auch alle vollkommen überwältigt." Für alle Beteiligten sei es ein bewegender Tag gewesen. 

"So etwas zu begleiten, ist echt eine supertolle Sache": Helfer erhalten viel Lob

Lob gab es für die insgesamt fünf Helferinnen und Helfer auch vonseiten der Kinderklinik - und aus der Bevölkerung. "So etwas zu begleiten, ist echt eine supertolle Sache, weil man oft nochmal einen letzten Wunsch ermöglichen kann", schreibt beispielsweise ein Nutzer auf der Facebook-Seite des BRK. "Dennoch ist es wirklich eine psychische Herausforderung für die Helfer, Respekt." 

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