Auch für einen routinierten Comedian war dieser Auftritt kein alltäglicher: Kurz vor dem Osterfest besuchte Michl Müller die onkologische Station der Erlanger Kinderklinik. Neben einigen seiner kabarettistischen und musikalischen Einlagen, stand an diesem Nachmittag auch das gemeinsame Bemalen von Ostereiern mit den kleinen Patienten auf dem Programm.

Dass ihm dieser Termin eine persönliche Herzensangelegenheit ist, wurde dabei schnell klar.

Schließlich ließ er sich nicht lange bitten, als Monika Albert ihn vor einiger Zeit dazu einlud, der Kinderkrebsstation einen Besuch abzustatten. Monika kommt aus Gremsdorf und engagiert sich seit fast zehn Jahren ehrenamtlich auf der onkologischen Kinderstation. Gemeinsam mit einem festen Kochteam sorgt sie für Abwechslung im grauen Klinikalltag. "Aber kochen mit mir muss ned unbedingt sein", witzelte Michl Müller gleich zu Beginn.

Unter der Belegschaft der Station 2C fanden sich schnell etliche Fans des Unterfranken, für die er bereitwillig Autogramme im Akkord schrieb. Die Kinder selbst wirkten hingegen zunächst reserviert und wollten erst noch überzeugt werden. Spätestens bei seinem Ohrwurm "Kloß mit Soß‘", den er mit amüsanten Tanzeinlagen à la Michael Jackson aufpeppte, hatte er die kleinen Patienten dann aber auf seiner Seite und der komplette Gemeinschaftsraum sang im Chor mit. Für alle Nicht-Franken "mit Migrationshintergrund" gab Müller seine Gags sogar auf Hochdeutsch zum Besten. Seine charmant-fränkische Art und der ungezwungene Umgang mit Kindern und Eltern machten den Nachmittag für alle Beteiligten zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Beim Ostereierfärben stellte sich Michl Müller dann noch den Fragen seiner großen und kleinen Fans:

Ob er nach seinen vielen Fernsehauftritten der letzten Jahre überhaupt noch unerkannt das Haus verlassen könne, wurde beispielsweise gefragt. Sogar Witze erzählte man sich gegenseitig.

Seine mitgebrachten Fanartikel zauberten den Kindern dann ein Strahlen aufs Gesicht: Auf den Mützen prangt das unvermeidliche "Dreggsagg". Sich selbst bezeichnet der Franke immerhin seit Jahren als "Dreggsagg aus der Rhön" und trug auch die entsprechende Aufschrift an diesem Tag auf seinem T-Shirt.

Den vielen jungen Patienten, die ihre Zimmer an diesem Tag aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen durften oder konnten, brachte Müller Autogrammkarten, Fanartikel und Osterhasen persönlich ans Krankenbett. Zu ihnen gehörte auch der 15-jährige Florian. Seine Mutter ist begeisterter Michl Müller-Fan und brachte dem Kabarettisten sogar einen "Glubb"-Stuhl - ein Fanartikel seines Lieblings-Fußballvereins - mit auf die Station.

"Hallo du Dreggsagg!

So begrüßte in einem anderen Zimmer der neunjährige Florian Michl Müller ganz frech und brach somit das Eis. Um sich mit seinem Freund und Zimmergenossen solidarisch zu zeigen, wollte der vierjährige Oskar an diesem Tag auch lieber das Bett hüten. Von seinem Vater ließ er sich dann aber doch zum Ostereierfärben überreden und genoss den Nachmittag sichtlich.

Zumindest ein Stück weit konnten einige der Kinder an diesem Nachmittag also Normalität genießen. Einmalig soll eine solche Aktion aber nicht bleiben. "Bald wird uns wieder ein Comedian hier auf der Station besuchen - die Kinder dürfen also gespannt sein", verspricht Monika Albert bereits jetzt.