Abstand und goldene Maske mussten sein. Aber so gerüstet konnte das Höchstadter Christkind die Seniorenheime St. Anna und BRK Etzelskirchen sowie das Höchstadter Krankenhaus besuchen.

Unterstützt bei dem Versuch, den Bewohnern und Patienten in diesen schwierigen Zeiten wenigstens ein Stück Weihnachten zu bringen, wurde sie durch ihren Opa und 2. Bürgermeister Günter Schulz und dessen Drehorgel.

Sabine Bayer und Tanja Schwägerl von der Stadt Höchstadt hatten süße und blühende Geschenke im Gepäck. Die Bewohner und Pflegekräfte vom St. Anna hatten sich Weihnachtssterne gewünscht, die Patienten und das Personal des Kreiskrankenhauses erhielten ebenfalls Weihnachtssterne sowie Lebkuchen und beim BRK Seniorenheim landeten Plätzchen und weitere Lebkuchen. Unterstützt wurde die Aktion von Höchstadter Geschäftsleuten durch einen Preisnachlass auf die Präsente. So stammten die 380 Weihnachtssterne von Blumen Lechner, Bäckerei Bachmeier packte 160 Plätzchenpäckchen, von der Bäckerei Fumy kamen 160 Lebkuchenpäckchen und 180 Lebkuchen verpackte die Stadtkonditorei Baier.

Alle freuten sich

Kaum stand Antonia vor dem Heim, strömen die Senioren heraus - selbstverständlich fand alles im Freien statt. Die Drehorgel spielte "Alle Jahre wieder", dann trug das Höchstadter Christkind seinen Prolog vor. Beim folgenden gedrehorgelten "In der Weihnachtsbäckerei" stimmen die Zuhörer begeistert mit ein. An den Fenstern zeigen sich weitere interessierte Gesichter. Die Augen hätten auch ohne die Geschenke, die anschließend verteilt wurden, kaum heller leuchten können!

2000 Schnelltests

"Ab nächste Woche haben wir die Möglichkeit, die Angehörigen zu testen", sagt die Leiterin der Einrichtung, Johanna Auerbeck. "Dann könnten die Bewohner - eigentlich - wieder Besuch empfangen." 2000 Corona-Schnellteste haben sie bekommen, "1000 vom Träger Vitanas, weitere 1000 vom Gesundheitsamt", so Auerbeck. "Der Test dauert 20 Minuten." Allerdings könnte der nun beschlossene harte Lockdown diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen.

Nächste Station des Christkinds war das Kreiskrankenhaus. "Das ist das erste Mal für mich im Krankenhaus", erzählte Antonia Hubert. "Ich war bisher immer nur in den Altenheimen." Im Hof vor der Notaufnahme brachte Schulz wieder seine Drehorgel in Stellung, denn auch hier ist der Zutritt verboten. "Wir haben momentan fünf Covid-Fälle", berichtete der stellvertretende Leiter des Krankenhauses, Herbert Hirschmann. Als die ersten Töne von "Vom Himmel hoch" erklangen, zeigten sich ein paar Gesichter an den Fenstern, Hände winkten, das Christkind winkte zurück. Stellvertretend für die Patienten und Pflegekräfte übergab Tanja Schwägerl einen Weihnachtsstern und einen Lebkuchen an den stellvertretenden Leiter. "Danke, dass Sie gekommen sind, in diesen schwierigen, noch nie dagewesenen Zeiten", sagte Hirschmann - und überreichte seinerseits dem Christkind ein Präsent. "Im nächsten Jahr um diese Zeit - naja, ich kann nicht versprechen, dass die Sonne scheint, aber wir sind dann diese Scheißdinger wieder los", ist er zuversichtlich. Gemeint sind die Mund-Nasen-Masken, die das Klinikpersonal praktisch gar nicht mehr vom Gesicht bekommt. "Die Pflegekräfte gehen über ihre Grenzen", berichtet er. "Ich gehe jeden Abend raus mit einem Hutzücken."

Den letzten Termin am Samstag absolvierte das Christkind nebst Gefolge beim BRK Seniorenheim - dann ist vorerst Schluss. Am 23. Dezember sind nochmals drei Aktionen auf dem Marktplatz geplant, aber ob das hinhaut, steht noch in den Sternen. "Wir ziehen die Gewinner des Adventskalenders des Einzelhandels", sagt Bayer. "Dann ist die Geschenkübergabe vom Wünschebaum geplant - das sind mehr als 25 Wünsche für über 25 Kinder! Und dann noch die Ziehung der Gewinner des Malwettbewerbs." Aber aufgrund der Corona-Auflagen ist es noch mehr als ungewiss, ob diese Termine in der geplanten Form zustande kommen können.