Eine Person aus der Mitarbeiterschaft der Barmherzigen Brüder Gremsdorf ist am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Person habe sich sofort in häusliche Quarantäne begeben. Das teilt Pressesprecher Johannes Salomon mit.

Die Einrichtungsleitung betone, dass "glücklicherweise die Schutz- und Hygienekonzepte der Einrichtung greifen, so dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Übertragung an die Teamkollegen beziehungsweise an Menschen mit Beeinträchtigung als sehr gering einzuordnen ist". Die Geschäftsführung habe das Gesundheitsamt informiert, das aktuell keinen Anlass für weitere Auflagen sehe. Die unmittelbar Betroffenen und Angehörigen seien informiert worden.

Betreuungskraft in der Werkstatt

Bei der positiv getesteten Person handle es sich um eine Betreuungskraft in einer Arbeitsgruppe der Werkstatt, teilt Ute Häußer von den Barmherzigen auf Anfrage des Fränkischen Tags mit. Dank der strikten Schutzmaßnahmen gehe das Risiko, dass das Virus auf andere übergegriffen hat, aber "gegen Null".

Kein körpernaher Kontakt

Es habe keinen körpernahen Kontakt der Person zu Bewohnern oder Teammitgliedern gegeben. Daher habe das Gesundheitsamt vorerst auch keine weiteren Tests angeordnet.

In der Behinderteneinrichtung wohnen 320 Menschen mit Beeinträchtigung. In der Werkstatt arbeiten 250 Personen, in der Förderstätte sind 60 Menschen. Insgesamt 450 Mitarbeiter kümmern sich um Betreuung und Bewirtschaftung.

Für Behinderteneinrichtungen mache der Staat die selben hohen Schutzauflagen, die auch in der Altenpflege gelten, so Häußer. In Gremsdorf gebe es "vulnerable Personengruppen", also Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung im Fall einer Infektion für schwere Verläufe oder Langzeitschäden stark gefährdet wären. Man sei froh, dass vom aktuellen Fall kein größeres Risiko ausgehe.

Keine Routinetests

Eine standardisierte Testroutine für Mitarbeiter gebe es bisher - wie andernorts in Bayern - leider nicht. Man hoffe, dass bald Schnelltests zur Verfügung stehen. Bereits im Mai hat es bei den Barmherzigen in Gremsdorf einen positiven Test gegeben. Der Mitarbeiter habe einen leichteren Verlauf gehabt und sei gesundet. Damals wurde eine Reihentestung bei 140 Personen in der Einrichtung durchgeführt.