Hervorragende Perspektiven sieht Bürgermeister German Hacker (SPD) in den Entwicklungen, die die ehemaligen Verwaltungssitze der beiden Sportartikel-Unternehmen Adidas und Puma betreffen. Während die einstige Zentrale der Drei Streifen am Adi-Dassler-Platz im Dezember von Schaeffler erworben wurde, haben sich auf der anderen Seite der Aurach, weiter westlich in der Würzburger Straße, schon seit längerem neue Chancen ergeben.

Bei Adidas baut Schaeffler um und will im vierten Quartal des gerade begonnen Jahres dort einziehen: Platz ist in dem Bürohaus momentan für etwa tausend Mitarbeiter. Bei Puma baut der Nürnberger Immobilienentwickler P+P um. Das Unternehmen hat die ehemalige Zentrale 2017 erworben.

Gewerbeobjekt bleibt übrig

Das ältere der beiden Häuser aus den 80er Jahren wird zurzeit entkernt. Dort entstehen um die einhundert Wohnungen. Der neuere Teil wird für die nächsten vier bis sechs Jahre als Rathaus genutzt. Sobald die Stadtverwaltung dann in ihr neues Gebäude neben dem Schloss umgezogen ist, steht das Bürohaus in der Würzburger Straße wieder dem freien Markt zur Verfügung. Ideal für gewerbliche Nutzung, wie Hacker meint.

Der Bürgermeister sieht mit der Entwicklung am Standort Würzburger Straße mehrere Chancen verknüpft. Zum einen werden einhundert Wohnungen für die Innenstadt gewonnen, sagte er im FT-Gespräch. Und trotzdem bleibe noch ein großes Gewerbeobjekt übrig. Wohnungen findet Hacker dort ideal. Etwa zweihundert Menschen werden dort leben können, sehr nahe zur Innenstadt, und diese deshalb beleben.

Nicht dauerhaft öffentlich nutzen

"Dafür braucht's anderswo 20 bis 30 Häuser", sagte Hacker. Und wenn die Stadtverwaltung das Interimsgebäude nach ein paar Jahren geräumt hat, bleibe dort ja "ein sehr schönes Firmengebäude". Dieses Objekt sei geradezu ideal für ein Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern. Die technische Infrastruktur sei auf eine gewerbliche Lösung zugeschnitten. Für ein dauerhaftes Rathaus freilich würde sich diese Immobilie nicht anbieten, bekräftigt Hacker erneut.

Dafür sei der Zuschnitt des Gebäudes schon untauglich, da es für ein privates Unternehmen errichtet wurde. Schon das Treppenhaus sei nicht auf eine öffentliche Nutzung ausgelegt. Außerdem wäre das Puma-Haus dort viel zu groß, stellt Hacker fest.

"Das Rathaus gehört in den Kern einer Stadt", betont der Bürgermeister weiterhin. Durch dessen Wegfall würde dort ein wichtige Nutzfläche mitten im Herzen verloren gehen. Solche Kernflächen seien für die Infrastruktur aber eminent wichtig.