Die Autofahrer in Höchstadt dürfen jetzt doch noch darauf hoffen, in absehbarer Zeit ohne die kilometerlange Umleitung wieder direkt von Süd nach Nord fahren zu können. Das Staatliche Bauamt hat dem Drängen der Stadt nachgegeben und plant jetzt eine provisorische Umfahrung der Brückenbaustelle unter Nutzung der neuen Aischbrücke.

Das ist das Ergebnis der intensiven Verhandlungen zwischen Stadt- und Staatsvertretern am Mittwochnachmittag im Höchstadter Rathaus. Bürgermeister Gerald Brehm spricht von einem "langen, harten Ringen", bei dem teilweise auch ein "heftiger Ton" geherrscht habe. Am Ende sei das Gespräch aber doch konstruktiv gewesen. Seitens der Stadt ist man mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mehr sei nicht herauszuholen gewesen.

Wie Klaus Schwab, Fachbereichsleiter für Straßenbau beim Staatlichen Bauamt, und der für den Kreis Erlangen-Höchstadt zuständige Abteilungsleiter Norbert Grüner mitteilen, werde ihre Behörde jetzt eine "baldmöglichste und verkehrssichere Umfahrung der Brückenbaustellen am Aischübergang ausloten".


Bis 6000 Autos täglich

Die Behelfsumfahrung, die vom Karpfenkreisel über den Festplatz und die neue Aischbrücke führen würde, könnte aber nur für Pkw im Einrichtungsverkehr Richtung Norden betrieben werden. Wie Klaus Schwab mitteilt, könnten damit aber "auf jeden Fall deutlich vor der Fertigstellung der gerade in Bau gegangenen Flutbrücke" Personenwagen Richtung Innenstadt fahren.

Für das Provisorium rechnet Norbert Grüner mit 5000 bis 6000 Fahrzeugen am Tag, die durch den Baustellenbereich Richtung Norden gelotst werden müssten. Um das sicher bewerkstelligen zu können, seien für den Bauherren Staat zwei Voraussetzungen unabdingbar. Einmal muss die neue Aischbrücke fertig sein und dann müssen die Baustellenabläufe für die Flutbrücke so sein, dass eine gefahrlose Umfahrung möglich ist. Dazu sollte die neue Flutbrücke auch schon Formen angenommen haben.

Notwendig ist eine Verlegung der Baustelleneinrichtung. So wie sie im Augenblick angelegt ist, müssen Baufahrzeuge und Materialtransporte immer die Straße überqueren, auf der dann die Autos fahren würden. Wegen der Lage im Überschwemmungsgebiet der Aisch braucht das Bauamt eine wasserrechtliche Genehmigung, wenn es seine Baustelleneinrichtungsflächen näher an die eigentliche Brückenbaustelle verlegen möchte. Zustimmen müsste hier das Landratsamt Erlangen-Höchstadt.

Überhaupt nicht festlegen wollen sich Schwab und Grüner auf einen Zeitpunkt, zu dem die provisorische Umfahrung freigegeben werden könnte. "Unser Bestreben ist aber, so früh wie möglich", kündigt Grüner an.
Bürgermeister Brehm, der nach eigenen Worten den Unmut der Bevölkerung und der Geschäftsleute über den Gesamtablauf der Brückenbaumaßnahme in den Verhandlungen noch einmal deutlich gemacht hat, ist jetzt dankbar für das Entgegenkommen des Bauherrn.