In den Duschen macht sich Rost breit und den Toiletten sieht man die jahrzehntelange Nutzung an. Der von Freibad und Eisstadion gemeinsam genutzte "Sanitär- und Nassbereich" ist in die Jahre gekommen und längst nicht mehr zeitgemäß.

Fast 40 Jahre sind das Höchstadter Freibad und das Eisstadion alt. Nach dem 50-Meter-Becken sollen nun im zweiten Bauabschnitt die Dusch- und Toilettenanlagen saniert werden. In das Maßnahmenpaket will die Stadt auch einen neuen Kinderbereich auf dem Freibadgelände östlich des Wellenbeckens hineinpacken. "Die Anlage soll für die Zukunft fit gemacht werden", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Rund zwei Millionen Euro, schätzt Brehm, müssten im zweiten Bauabschnitt investiert werden. Architekt Karl Drysch gibt sich zurückhaltend: Noch sei alles in der Vorplanung, es folge die konkrete Planung, erst dann die ganzen Ausschreibungen. Nach der Freibadsaison soll begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird 2015 gerechnet.

Die Herausforderung bei der Planung waren vor allem die unterschiedlichen Nutzungsarten. Wie Karl-Heinz Zillich, Stellvertreter des Betriebsleiters Hans-Peter Philipp erläutert, gibt es im Winterbetrieb den öffentlichen Eislauf, den reinen Spielbetrieb mit Zuschauern, den öffentlichen Lauf kombiniert mit Trainingsbetrieb und im Sommer die Nutzung im Freibadbetrieb. Darüber hinaus gebe es aber auch einen "Co-Betrieb", dann nämlich, wenn das Freibad geöffnet hat und in der Eishalle Inliner ihrem Sport nachgehen.

Auf all diese Nutzungen sollen die sanitären Anlagen mit dem Umbau zugeschnitten werden, und zwar so, dass man flexibel reagieren kann. Und noch etwas ist Bürgermeister Brehm ganz wichtig: Die Anlagen sollen behindertengerecht werden. Indem die Türen abgeschlossen werden, soll künftig verhindert werden, dass sich Besucher unbemerkt Zugang zum Freibad verschaffen können.

Absprache mit Vereinen

"Es wäre blauäugig zu sagen, dass keine Beschädigungen vorkommen", fügt Brehm an. Wenn Tausende von Menschen im Eisstadion wären, habe das eine andere Qualität als bei der reinen Freibadnutzung. Nach Aussage des Betriebsleiters Hans-Peter Philipp machen die Schäden an den sanitären Anlagen jährlich etwa 4000 Euro - reine Materialkosten - aus. Auch in der Wärmehalle sollen neue WCs und Duschen installiert und die Umkleidekabinen versetzt werden. In den nächsten Wochen will Brehm mit den Vereinen absprechen, in welchen Phasen die Maßnahme umgesetzt werden kann.

10.000 bis 15.000 Besucher mehr pro Jahr erhofft sich das Stadtoberhaupt, wenn die Anlagen erst modernisiert sind. Geld werde man mit den Freizeitanlagen natürlich auch dann nicht verdienen, stellt Brehm klar. Aber er hat Visionen und eine "Gesamtphilosophie". "Wir erwarten durch die Sanierung einen richtigen Boom."

Das Eisstadion habe ohnehin "Alleinstellungsmerkmal" und sei daher überaus attraktiv. Das Freibad solle ein Freizeit- und Familienbad werden, wobei Brehm nicht zuletzt in Richtung Tourismus und die Vernetzung der Karpfenregion Aischgrund denkt. Im dritten Abschnitt soll sogar noch eine Breitrutsche dazukommen. All dies sei in der mittelfristigen Finanzplanung, die bis 2017 geht, enthalten. Sofern die finanziellen Rahmenbedingungen wie bisher bleiben, fügt er an. Und es gebe sogar noch Überlegungen für eine Saunalandschaft.