Erzbischof Ludwig Schick war am Sonntag Gast in Aisch, um zusammen mit Pfarrer Thomas Ringer und den Gläubigen das 600-jährige Bestehen der St.-Laurentius-Pfarrei zu feiern.

Das Jubiläum wurde im Pfarrgarten neben der Kirche begangen, musikalisch umrahmt von der Blasmusik Wachenroth. Im Anschluss an den Festgottesdienst wallten die Gläubigen zum Friedhof. Dort segnete der Erzbischof die neue Mariengrotte und der Aischer Pfarrchor unter Leitung von Claus Keller ehrte mit Liedern die Gottesmutter.

Der Erzbischof begrüßte die vielen Gläubigen, die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen sowie den Bürgermeister und die Vertreter der Gemeinde. Er ging auf die Geburtsstunde der Aischer Pfarrei im Jahr 1420 ein, belegt durch eine Urkunde.

In seiner Predigt bezeichnete der Erzbischof die Mariengrotte als "Mahnmal der Barmherzigkeit". "Wenn Sie zu Ihrer Grotte gehen, dann soll Sie Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, an den Wert und die Tugend der Barmherzigkeit erinnern", mahnte er. Maria wolle jede politische und jede kirchliche Gemeinde zu einer Gemeinschaft der Caritas und Diakonie umformen, in der keiner abgehängt wird, sondern jeder Solidarität und Hilfe erfährt. Maria erinnere aber auch alle Christen und jede Kirchengemeinde daran, Jesus Christus als Mitte ihres Lebens zu bekennen und das Evangelium zu verkünden.

Theo Galsters dritte Grotte

Im Anschluss an den Gottesdienst zog die Gemeinde zur Mariengrotte im Friedhof, die Theo Galster - er wird im Dezember 80 Jahre alt - mit viel Eifer und körperlichem Einsatz zusammen mit einigen Helfern erbaut hat. Es ist nun schon seine dritte Grotte. Nach der Mariengrotte im Friedhof im Jahr 2005, hatte er vor zwei Jahren für den Drei-Kronen-Wirt Waldemar Schmitt eine Grotte im Hotelgarten errichtet. Und diesmal ist es eine Fátima-Grotte, die ein Aischer Bürger aus Dankbarkeit im Friedhof errichten ließ.

Der Spender, Johann Batz, sei einst sehr krank gewesen und die Ärzte hätten ihn schon aufgegeben gehabt. Aber seine Mutter habe immer an Heilung geglaubt und habe ihm in dieser schweren Zeit stets zur Seite gestanden.

"Die Grotte ist auch ein Zeichen des Dankes an seine Mutter", erklärt Galster. Natürlich hat er die Grotte wieder selbst geplant. Die Steine kommen wie immer aus der Fränkischen Schweiz. "Die Bauern sind froh, wenn sie die Jurafelsen, die sie aus den Äckern sammeln, los sind, verrät der Grottenbauer schmunzelnd. Es sind ungefähr acht, neun Tonnen und die Gemeinde hat sich um den Transport gekümmert.

Sieben Stunden maximal arbeitete Galster am Tag und in dieser Zeit bewegte er etwa 20 Steine. Für die letzte Grotte hatte er ungefähr 400 Stunden gebraucht. "In dieses Werk hier hab' ich rund 1000 Stunden Arbeit hineingesteckt." Maria, die etwa 130 Zentimeter hoch ist, und die drei Hirtenkinder, auf Wunsch des Spenders alle in Carrara-Marmor von Steinmetz Stefan Zenk aus Hausen voll plastisch gehauen, sind nun in die Grotte eingezogen.

Im Jahr 1992 war der Geldgeber selbst nach Fátima gepilgert. Dort soll ja am 13. Mai 1917 der kleinen Lúcia und ihren Geschwistern Jacinta und Francisco auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sein. Seitdem ist Fátima ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf Heilung hoffen.

Da die Gemeinde der Träger des Friedhofes ist, wurde alles im Vorfeld mit ihr und auch mit Pfarrer Thomas Ringer abgeklärt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 30 000 Euro.Im Anschluss an die Grottenweihe segnete der Erzbischof auf Bitte von Pfarrer Ringer noch den neuen Teil des Friedhofs. Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) bedankte sich beim Grottenbauer Theo Galster und seinen Helfern und hatte eine kleine Infotafel über die Fátimagrotte dabei.

Dann waren alle Gläubigen vom Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung zu einer coronakonformen Agape auf den Parkplatz am Friedhof eingeladen. Bei Bratwürsten und diversen Getränken ließ es sich gut plaudern und auch der Erzbischof mischte sich unters Volk.