Seit Wochen wird in den Kirchengemeinden in der Stadt und im Landkreis Coburg an den Gottesdienst-Plänen für Weihnachten getüftelt. Am Mittwoch (02. Dezember 2020) wurde das Ergebnis vorgestellt. Grob zusammengefasst: Es gibt an Heiligabend viele zusätzliche Gottesdienste, vor allem auch im Freien, wo sich die coronabedingten Hygiene- und Abstandsregeln etwas leichter einhalten lassen. Außerdem werden die einzelnen Gottesdienste kürzer. Und: Für praktisch alle Gottesdienste, die drinnen stattfinden, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Der evangelische Dekan Andreas Kleefeld machte allerdings deutlich, dass der jetzige Plan unter zwei großen Vorbehalten betrachtet werden müsse. Erstens: Sollte sich das Infektionsgeschehen in der Region bis Weihnachten verschlimmern und ein Inzidenzwert von über 300 erreicht werden, könnte es zu einer Absage aller Gottesdienste kommen. Zweitens: Sollte ein Pfarrer, eine Pfarrerin oder weiteres Kirchenpersonal erkranken oder in Quarantäne müssen, könnte dies in der jeweiligen Gemeinde ebenfalls alles über den Haufen werfen.

Gottesdienste: Weihnachten an der Biogasanlage

Den ökumenischen Freiluftgottesdienst, den es an Heiligabend um 17 Uhr auf dem Coburger Marktplatz geben wird, möchte Dekan Stefan Kirchberger keinesfalls als zentralen Weihnachtsgottesdienst verstanden wissen. "Es handelt sich vielmehr um einen Entlastungsgottesdienst." Sprich: Wer in einer Kirche keinen Platz mehr bekommt, kann auf den Marktplatz ausweichen. Dort werden maximal 550 Personen erlaubt sein - es besteht Maskenpflicht.

Besondere Freiluftgottesdienste gibt es aber zum Beispiel auch in Ahorn (17 Uhr, Alte Schäferei), Dörfles-Esbach (15 und 17 Uhr auf dem Schulhof), Weitramsdorf (16 Uhr, Sportplatz), Bad Rodach (16 Uhr, sowohl auf dem Marktplatz als auch unter dem Sonnensegel am Medical Park), Ahlstadt (15.30 Uhr, Milchhaus), Großgarnstadt (16 Uhr, Biogasanlage) oder Niederfüllbach (15, 16 und 17 Uhr jeweils im Park).

Für Creidlitz und St. Lukas sind "mobile Gottesdienste" geplant: So will Pfarrer Alexander Rosenmeyer zwischen 14.30 und 20 Uhr mit einem Traktor mehrere Stationen in den Kirchengemeinden anfahren. Ebenfalls kurios: In Coburg-Heiligkreuz wird derzeit ein Krippenspiel vorbereitet und aufgenommen, das an Heiligabend dann per Video eingespielt wird.

Fünf Tipps: So klappt es hoffentlich mit den Gottesdiensten an Weihnachten

Infos einholen! Alle Kirchengemeinden in der Stadt und im Landkreis Coburg bieten an Weihnachten zusätzliche Gottesdienste an. Informieren Sie sich bitte über das jeweilige Angebot - und vor allem auch darüber, wie das konkrete Prozedere einer Anmeldung ist. Für die Gottesdienste, die in Gebäuden stattfinden, ist praktisch immer eine Anmeldung erforderlich. Warm anziehen! Nicht nur, wer einen Freiluft-Gottesdienst besucht, sollte sich warm anziehen. Denn um das Aufwirbeln von Luft zu vermeiden, wird in keiner Kirche die Heizung eingeschaltet. Außerdem müssen zwischen einzelnen Gottesdiensten so viele Fenster und Türen zum "Durchlüften" geöffnet werden. Weitere Tage nutzen! Dekan Stefan Kirchberger sagte es am Mittwoch mit einem Schmunzeln: "Was beim allgemeinen Hype um den Heiligen Abend oft vergessen wird: Weihnachten besteht aus drei Tagen!" Will heißen: Nutzen Sie auch die Gottesdienste am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag!

Masken aufsetzen! In allen evangelischen Gottesdiensten gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Die katholischen Kirchengemeinden planen derzeit noch ohne Masken-Pflicht. Vernünftig sein! Wer Krankheitssymptome aufweist, bleibt lieber zuhause. "Ein Gottesdienst soll nicht zur Quelle von Unheil werden", sagt Andreas Kleefeld. Als Alternativen wird es verschiedene Online-Angebote geben. So plant Heilig Kreuz einen Live-Stream von seiner Christmette um 22 Uhr.

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