Obwohl es in der familienfreundlichen Gemeinde viele Einrichtungen und Initiativen für jede Altersgruppe gibt, sei trotzdem die Einwohnerzahl rückläufig, auch wenn sie sich stabilisiert habe, sagte Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) bei der Sitzung des Gemeinderates. "Wir wollen Anreize schaffen, dass sich Bürgerinnen und Bürger dafür entscheiden, in ihrer Heimatgemeinde zu bleiben, aber auch interessierte Neubürger dafür begeistern, ihren Wohnsitz nach Weidhausen, Neuensorg oder Trübenbach zu verlegen", sagte er weiter. Denn es würden mehr Menschen von Weidhausen wegziehen, als im gleichen Zeitraum Zuzüge zu verzeichnen seien.

Deshalb beschloss der Gemeinderat einstimmig "Richtlinien zur Gewährung einer Ansiedlungs- und Geburtenförderung", die vom Geschäftsleiter Walter Bott erläutert wurden. Demnach gibt es vier Förderarten.
Zum Einen werden für den Bau eines eigengenutzten Wohngebäudes oder einer Eigentumswohnung 2500 Euro gewährt zuzüglich 500 Euro je Kind.

Sanierung wird gefördert

Zum Zweiten werden ein Kauf und die Sanierung eines gebrauchten Immobilien-Objektes mit zehn Prozent, maximal 3500 Euro unterstützt. Auch hier erhöht sich die Grundförderung um 500 Euro je Kind. Die Bagatellgrenze liegt bei 20.000 Euro. Ferner wird die gleiche Förderung gewährt für Sanierung von Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen, wenn das Eigentum im Wege der Erbfolge oder Schenkung übernommen wird und vom Erwerber eigengenutzt wird Die Förderungen werden in allen Fällen in fünf gleichen Jahresraten ausgezahlt.
Schließlich erhalten Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigte mit Hauptwohnsitz in Weidhausen für ihr neu geborenes Kind eine einmalige Förderung von 500 Euro, wobei 250 Euro sofort fließen und jeweils 125 Euro am ersten und zweiten Geburtstag. Alle Anträge sind bei der Gemeinde zu stellen, die beratend zur Seite steht.
Eine weitere "zuzugsfreundliche" Entscheidung wurde getroffen. Künftig soll jeder Bürger, der nach Weidhausen zieht, für zwölf Wochen ein "Schnupper-Abo" des Amtsblattes erhalten. Es wird frei Haus geliefert.

Keine zusätzliche Ausgabe für "Qualitätsbonus plus"

Einstimmig lehnte der Gemeinderat die Gewährung eines "Qualitätsbonus plus" für Kindergärten ab, der der Qualitätsverbesserung im Bereich Betriebskosten Kindergärten dienen soll. Der Bonus für die Gemeinde würde 53,69 Euro pro Kind betragen, wobei der Staat den gleichen Betrag zuschießen will. Die Ablehnung für dieses Jahr, die als freiwillige Leistung anzusehen ist, wurde damit begründet, dass der Haushalt bereits beschlossen ist und die zusätzlichen rund 31.000 Euro nicht unterzubringen sind. Die Gemeinde habe für den eigenen Kindergarten und für elf weitere auswärtige bereits 327000 Euro jährlich an Betriebskostenzuschüssen zu leisten. Da die Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums erst Anfang Februar dieses Jahres eingegangen ist, meinte Markus Mönch: "Wir sind einfach überrannt worden."

Ein Ingenieurbüro wurde damit beauftragt, nicht nur die Kosten für die Oberflächensanierung der Hauptstraße und der Neuensorger Straße zu ermitteln, sondern auch, da marode Kanäle befürchtet werden, die Kosten für Kanalsanierungen. Zwei Gegenstimmen gab es beim Beschluss für den Kauf eines Radbaggers zum Preis von rund 40.000 Euro. Der bisher eingesetzte Bagger ist 28 Jahre alt. Die Finanzierung soll durch den Verkauf eines Grundstückes erfolgen.