Gute Tradition ist es, dass der Kreisverband Coburg des VdK Sozialverbands seinen Neujahrsempfang im Bürgerhaus abhält und dazu nicht nur die VdK-Familie, sondern auch Netzwerkpartner. Sie alle sorgten für ein "volles Haus" und machten deutlich, dass der VdK-Kreisverband in der in der Coburger Region anerkannt ist.

Den Rückblick auf das Jahr übernahm Ehrenkreisvorsitzender Hellmut Ott aus, der für die erkrankte Kreisvorsitzende Susann Biedefeld eingesprungen war. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr.

"Niemand darf ins Abseits geraten, nur weil er krank oder alt ist", betonte VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein. Auch er zeigte sich mit der Entwicklung äußerst zufrieden, insbesondere weil sich immer mehr Menschen finden, die den Solidaritätsgedanken und die soziale Gerechtigkeit mit ihrer VdK-Mitgliedschaft unterstützen. Zum Jahresende hatte der Kreisverband 10 810 Mitglieder (ein Plus von 269) in 22 Ortsverbänden. 5333 Mitglieder nutzten die Sprechstunden der Kreisgeschäftsstelle sowie die Außensprechtage.

Weil viele die lange Verfahrensdauer beim Sozialgericht in der Regel scheuen, haben die Klagen (85) etwas abgenommen, während die Zahl der Beratungen zu den verschiedenen Altersrenten erheblich angestiegen ist. Hier ist eine sehr intensive Einzelfallberatung erforderlich. Insgesamt wurden 1765 Anträge und 497 Widersprüche bearbeitet.

Für den Kreisverband sind acht VdK-Pflegebegleiter und fünf VdK-Lotsen im Einsatz. Ausbaufähig ist die Inanspruchnahme der VdK-Lotsen. Zum Jahresmotto "Weg mit den Barrieren" wurde vieles, auch vor Ort in Angriff genommen. Als wichtig bezeichnet der VdK-Kreisgeschäftsführer die geplante Teilnahme an der Großdemonstration am 28. März in München mit Schlusskundgebung am Odeonsplatz. Seitens des Kreisverbands werden fünf bis sechs Busse in die Landeshauptstadt fahren. "Nur wenn wir geschlossen auftreten, können wir auch was bewegen", ist Thomas Steinlein sicher.

Als stellvertretender Kreisvorsitzender ist Hans-Jürgen Hoffmann nach 12 Jahren aus zurückgetreten. Als Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Mönchröden ist Hoffmann weiterhin tätig.

"Der VdK steht vielen Menschen mit Rat und Tat zur Seite und hilft immer", lobte Landrat Sebastian Straubel. Darüber hinaus gibt der VdK wichtige politische Anregungen. Gerne steht er im Austausch mit der Führungsriege des Kreisverbandes und hofft, dass nach der Auftakt-Veranstaltung Ende 2019 heuer viele weitere Treffen folgen. Bürgermeister Martin Finzel sagte: "Die Bürgermeister wissen, was sie am VdK haben."

VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder betonte, dass der Kreisverband Coburg sehr gut aufgestellt ist, denn in der Region sind 8,45 Prozent der Gesamtbevölkerung Mitglied im VdK. Damit liegt der Kreisverband deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 5,45 Prozent. Mit rund 24.800 Euro (6400 Euro mehr als im Vorjahr) ist auch das letztjährige Ergebnis des Kreisverbands aus der Haussammlung "Helft Wunden heilen" erfreulich. Die Mitgliederentwicklung in sei toll, aber auch als Seismograph für Unsicherheit und Ängste in der Bevölkerung zu sehen. Viele, die sich dem VdK anschließen, befinden sich in schwierigen Lebenslagen und benötigen Hilfen im Rahmen der Sozialrechtsberatung. Der stetige Mitgliederzuwachs zeige, dass die Menschen Vertrauen in den VdK setzen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Pausder an die letztjährige Kampagne "Rente für alle". Gerecht sei es, wenn wirklich alle in das gesetzliche Rentensystem einzahlen und es dadurch solidarisch stärken. Auf keinen Fall dürfen die Generationen gegeneinander ausgespielt werden. In Österreich funktioniere ein solches System bestens. Dort lagen im Vergleich 2016 die Zugangsrenten bei Männern im Schnitt 800 Euro höher als in Deutschland. Bei Frauen waren es knapp 500 Euro. Die Armutsgefährdungsquote für über 65-Jährige liegt außerdem in Österreich um zirka fünf Prozent niedriger als in Deutschland.

Der VdK setzt sich auch dafür ein, dass die Regelaltersgrenze nicht noch weiter erhöht wird. Schon heute arbeitet nur eine Minderheit der Erwerbstätigen bis zur Regelaltersgrenze. Eine Rente mit 70 käme einer reinen Rentenkürzung gleich. Ein wichtiger Baustein für die Absicherung im Alter könnte auch die Grundrente sein. Da der Bund beispielsweise seit sechs Jahren keine Neuverschuldung hat und im letzten Jahr der Überschuss bei 13,5 Milliarden Euro lag, sei auch das nötige Geld vorhanden, so Pausder.