Vielleicht bräuchte der neue Berliner Großflughafen so jemanden wie Stefan Schneidawind: Zeitplan eingehalten, Budget gehalten - am Freitag können die SÜC ihr neues Parkhaus in Betrieb nehmen. Stefan Schneidawind ist eigentlich als Hauptabteilungsleiter zuständig für Fernwärme und Kraftwerke. Aber spätestens, seit er vor zehn Jahren den Bau des neuen SÜCCenters an der Bamberger Straße managte, ist er bei dem Coburger Energieversorgungsunternehmen der Bauleiter vom Dienst.


Gebäude kostete rund zwei Millionen Euro

2,7 Millionen Euro hat das Gebäude mit seinen rund 400 Stellplätzen gekostet - und damit hat sich Schneidawinds Voraussage fast bis aufs Komma erfüllt. Das Gebäude selbst kam auf rund zwei Millionen Euro. Die übrigen 700 000 Euro wurden unter anderem für die 80 überdachten Fahrradplätze sowie Flächen für Motorräder gebraucht, für die Tore, die Beleuchtung und die Pflanzungen drumherum. Außerdem enthält das Gebäude derzeit sechs Ladestationen für Elektroautos mit je 22 Kilowatt (fürs Aufladen über Nacht) sowie eine Schnell-Ladesäule mit verschiedenen Anschlüssen, die in 30 bis 60 Minuten ein Auto fast vollständig aufladen können. "Dafür mussten wir einen eigenen Trafo einbauen", erzählt Schneidawind. Der liefert eine Leistung von 50 Kilowatt beim Gleichstrom und 43 beim Wechselstrom.

"Wenn es sich rechnet", soll im nächsten Jahr noch eine Photovoltaikanlage aufs Dach der Parkpalette gesetzt werden, sagt Schneidawind. Die SÜC möchten das Ladenetz für Elektrofahrzeuge ausbauen und auch ihren eigenen Fuhrpark, wo es möglich ist, auf Elektroantriebe umstellen. Deshalb liegen schon die Anschlüsse für elf weitere Ladesäulen im Untergeschoss des Parkhauses.


Coburger Süden werde dadurch entlastet

Die Stellplätze dort sind für die Betriebsfahrzeuge von SÜC und CEB vorgesehen. Von den übrigen 365 werden 360 an Mitarbeiter von SÜC und CEB vermietet. Damit werde der Coburger Süden etwas entlastet, meint Schneidawind mit Blick auf das benachbarte Güterbahnhofsareal und den Ketschenanger. Wenn im Herbst der Bau der Itzbrücke und der Erschließungsstraße im ehemaligen Güterbahnhofsareal beginnt, werden die Parkplätze in diesem Bereich noch knapper.

Indem sie für die Stellplätze in der Parkpalette eine Monatsmiete von 25 Euro bezahlen, finanzieren die Mitarbeiter von SÜC und CEB den Bau. Das komme den Kunden und der Stadt zugute, sagt Schneidawind: Es werde wegen des Parkhauses weder Preis- oder Gebührenerhöhungen geben, und die Stadt müsse für den CEB-Anteil auch keinen höheren Zuschuss leisten. Den Mitarbeitern stehe dafür das stadtnahe Parkhaus 365 Tage im Jahr zur Verfügung, betont Schneidawind.


Neues Sozialgebäude soll entstehen


Als nächster Schritt ist eigentlich vorgesehen, auf dem benachbarten CEB-Gelände ein neues Sozialgebäude für die Mitarbeiter des Entsorgungs- und Baubetriebs mit Archivräumen und Garage zu errichten. Doch wann dieses Projekt startet, ist noch offen. Dabei ist auch davon schon seit Jahren die Rede. Schließlich wurde einst auch der Wertstoffhof unter anderem mit der Begründung verlagert, dass Platz geschaffen werden solle für ein neues Gebäude mit Umkleiden und Kantine. Doch nun stellen sich offenbar Finanzierungsfragen: Weil der CEB kaufmännisch rechnet, würde ein neues Gebäude die Bilanz belasten. Es müssten also entweder Müll- und andere Gebühren aus dem CEB-Bereich erhöht werden, oder die Stadt müsste das Gebäude finanzieren. Aber danach sieht es im Moment wegen der angespannten Finanzsituation nicht aus.

Doch auch so werden Schneidawind die Baustellen so schnell nicht ausgehen. "In der Fernwärme haben wir einiges vor", sagt er. Außerdem dürfen die SÜC eine Photovoltaikanlage im Motschental errichten (ehemalige Bauschuttdeponie), am Wasserkraftwerk Hausen wird ein neues Wehr gebaut,und auch am Klärwerk stehen Investitionen an.