Schuld ist ein fehlender Katalysator. Denn eigentlich wollte Wolfgang Schubart seine neue "Kaffeewerkstatt" schon längst eröffnet haben. "Spätestens jetzt zum verkaufsoffenen Sonntag hätte ich gerne endlich aufgemacht", erzählt der Gastronom. Doch die Tücke liegt bei seiner neuen Geschäftsidee im Detail: So hat der kleine Laden (ehemals "Schuhschachtel") im Stadthaus, in dem er künftig selbst gerösteten Kaffee anbieten wird, keinen Schlot nach draußen. Deshalb bleibt - um für eine geregelte Entlüftung zu sorgen - nur die Lösung mit einer Art Katalysator, der in die Röstmaschine eingebaut wird. Doch der konnte bislang nicht geliefert werden.
"Aber nächste Woche wird's klappen", zeigt sich Wolfgang Schubart zuversichtlich und nutzt das Gespräch mit infranken.de auch gleich, um mit zwei Gerüchten beziehungsweise Vorurteilen aufzuräumen, die sich hartnäckig in Coburg halten.
Erstens: Nein, bei der Röstmaschine handelt es sich nicht um das Exemplar, das bis vor Kurzem in einem Geschäft in der Ketschengasse stand.

Zweitens: Nein, die Frage, wie viele Cafés es am Marktplatz denn eigentlich noch geben soll, stelle sich gar nicht. Denn zumindest fürs Erste plant Schubart die "Kaffeewerkstatt" ohne Außenbewirtschaftung. Schwerpunkt soll das Rösten von zunächst drei Kaffeesorten sein, die dann übrigens auch in allen anderen Schubart-Niederlassungen in Coburg zum Ausschank kommen werden.

Außerdem geschieht die Eröffnung der "Kaffeewerkstatt" fast zeitgleich mit dem Ende von "Tchibo" am Marktplatz. "Ja, wir werden diese Filiale früher schließen als geplant", bestätigte am Freitag Tchibo-Pressesprecher Andreas Engelmann auf Anfrage. Zunächst war beabsichtigt, sich erst im Februar 2014 vom Marktplatz zurückzuziehen und nur noch auf die Spitalgasse zu konzentrieren. Neuer Termin ist jetzt der 16. Oktober - an diesem Tag wird die "Tchibo"-Filiale in der Spitalgasse, die derzeit umfangreich saniert wird, neu eröffnet.

Nachmieter gesucht

Über einen Nachmieter für das Ladenlokal in absoluter "1-a-Lage" ist noch nichts bekannt. Stephan Horn von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft wagt aber eine Prognose: "Diese Räume werden nicht lange leerstehen!"

Etwas riskanter könnte ein solcher Tipp sein, was das bislang noch von "Maiwald" genutzte Ladenlokal im Stadthaus betrifft - vorne, wohlgemerkt. "Das Geschäft in der Passage bleibt", erklärt eine der drei Chefinnen, Sabine Schneider. Lediglich die kleinen Räume direkt am Marktplatz gebe man auf - sehr schweren Herzens, wie Sabine Schneider sagt, denn dort begann ja vor mittlerweile mehr als 40 Jahren die "Maiwald"-Erfolgsgeschichte; erst später erfolgte die Expansion in die Passage. "Das ist sehr traurig, die kleinen Räume haben viel Atmosphäre", erzählt Sabine Schneider und muss seufzen. Doch letztlich sehe man sich zu einer Verkleinerung gezwungen. Die Schuld gibt sie unter anderem der Konkurrenz im Internet, diversen "Billigläden" sowie den ständig steigenden Nebenkosten.

Hohe Mieten in "1-a-Lage"

Doch obwohl die Nebenkosten - allen voran die Mieten - speziell in Coburgs "guter Stube" besonders hoch sind, wagt sich auch noch jemand Neues auf den Markt: ein Bauer aus Bamberg. Zur räumlichen Erklärung: Bis vor kurzem gab es vorne im Stadthaus die "Schuhschachtel". Nach deren Schließung wurde das Ladenlokal durch eine Trennwand geteilt - den einen Teil wird Wolfgang Schubart mit seiner "Kaffeewerkstatt" beziehen, den anderen hat besagter Bauer angemietet, der darin künftig Obst und Gemüse verkaufen möchte. Ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest, laut Plakat im Schaufenster wird es aber "bald" soweit sein.