Schneller, lauter, bunter - so scheint das Profil jener Künstler zu sein, die sich auf dem hart umkämpften Klassikmarkt durchsetzen wollen. Jung und virtuos sollten sie sein und möglichst fotogen - ob sie dann interpretatorisch tatsächlich etwas zu sagen haben, ist zunächst einmal gar nicht so wichtig.

Ein Künstler wie Michael Leslie, 1943 in Sydney geboren und seit vielen Jahren in München lebend, passt da nicht recht hinein in dieses Raster. Er versteht sich ganz kompromisslos als Sachwalter der Komponisten, wie auch sein Debüt bei der Coburger "Gesellschaft der Musikfreunde" beweist. Einen dicken Stapel an Partituren hat Leslie dazu auf dem Steinway-Flügel platziert - freilich nicht, weil er sich dem Usus des Auswendigspielens widersetzen will, sondern um deren Vorworte vorzulesen.

"Beethoven pur"

Denn Michael Leslies Gastspiel im Kongresshaus unter dem Etikett