Die Zeit der Quarantäne ist für die Tennisprofis in Melbourne vorbei. Jetzt kann es endlich losgehen. Zwar noch nicht mit den Australian Open, die beginnen erst am nächsten Montag, doch seit Montag holen sich die weltbesten Spieler beim ATP-Cup den Feinschliff für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Mittendrin statt nur dabei: Der aus dem Ahorner Gemeindeteil Witzmannsberg stammende Kevin Krawietz. Bei Temperaturen etwas über 30 Grad freut sich der Coburger total auf die ersten Turnierspiele 2021: "Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht."

Spielpraxis für die Australian Open

Gemeinsam mit seinem Kölner Partner Andreas Mies startet der am 24. Januar 29 Jahre alt gewordene "Botschafter des Coburger Landes" nämlich für Deutschland. "Kramies" sammeln beim ATP-Cup auf höchstem Niveau Matchpraxis, schließlich wollen die bei den Australian Open an Nummer 10 gesetzten French-Open-Sieger erfolgreich ins ereignisreiche Tennisjahr starten. Im Idealfall können sie sogar auf ihrem angestrebten Weg an die Weltranglistenspitze ein erstes Ausrufezeichen setzen. Zur Erinnerung: "Wir wollen die Nummer Eins werden", verkündete Mies nach der ATP-Doppelweltmeisterschaft im Dezember.

Bis Samstag messen sich bei der zweiten Auflage des ATP-Cups nur zwölf statt 24 Nationen in diesem erst 2020 geschaffenen Mannschaftswettbewerb. Die Vorbereitung verlief reibungslos. "In den ersten Tagen in Melbourne haben wir viel für die Fitness getan, da haben wir an den Hanteln richtig Gas gegeben", sagt Krawietz. Dazu kamen mindestens zwei Stunden täglich auf dem Platz und taktische Besprechungen - auch mit Doppelcoach Julian Knowle.

Während "Kramies" die Doppel bestreiten, gehen Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff im Einzel für Deutschland ins Rennen. Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils drei Teams. Das DTTB-Quartett bekommt es in Gruppe A mit Titelverteidiger Serbien und zu Beginn mit Kanada zu tun.

Im Team mit Struff und Zverev

Nur eines dieser drei Teams qualifiziert sich für das Halbfinale. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird Kevin Krawietz nach den beiden Einzeln erstmals aufschlagen. Und zwar in der Rod Laver Arena gegen die Kanadier. Ziel ist ein besseres Abschneiden als im Vorjahr. 2020 schied Deutschland schon in der Vorrunde aus, auch "Kramies" präsentierten sich bei den Vergleichen mit Serbien und Kanada nicht in Bestform. Dieses Jahr wollen sie es besser machen. "Mit der Hitze komme ich schon ganz gut klar", lacht die Nummer 19 der Doppel-Weltrangliste.

Und die inzwischen täglichen Corona-Tests sind für ihn auch schon zur Routine geworden. Einem erfolgreichen Jahresauftakt in "Down Under" steht also nichts mehr im Weg.