"Talent und Erfahrung Hand in Hand": Mit diesem Slogan umschreiben die Verantwortlichen des HSC 2000 den Weg, den das Coburger Handballprogramm in den nächsten Jahren einschlagen soll. Dabei kann der HSC weiter auf die Unterstützung seines Hauptsponsors HUK Coburg bauen. Die Versicherungsgruppe hat den Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2019/2020 verlängert, das wurde auf einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag bekanntgegeben.

"Ich denke, wir haben einen guten Zeitpunkt gewählt, der HSC steht mit dem vierten Platz toll da", sagte Stefan Gronbach, HUK-Vorstand Marketing und Vetrieb. "Unser Kernziel unseres Sponsorings beim HSC ist es, etwas für die Region zu tun und diese interessant für junge Menschen zu halten. Der HSC bietet sehr attraktiven Sport, das ist gut investiertes Geld." Zur Frage, ob sich an der Höhe des finanziellen Engagements in den nächsten zwei Spielzeiten etwas ändert, äußerten sich die HSC-Verantwortlichen nicht. "Der Zwei-Jahres-Vertrag gibt uns große Planungssicherheit für unser Projekt", bedankte sich Vorstandssprecher Stefan Apfel für den Vertrauensvorschuss des Unternehmens, das die Coburger Handballer seit 15 Jahren als Hauptsponsor begleitet.

Doch trotz dieser Unterstützung stellte HSC-Geschäftsführer Steffen Ramer am Dienstag klar, dass der finanzielle Rahmen größer werden muss, um in Zukunft wieder erstligareif werden zu können. Ramer verwies dabei auf Einschnitte in den vergangenen drei Geschäftsjahren und die Steuernachzahlungen im e. V., die das Projekt HSC im Tagesgeschäft weiterhin hemmen und dafür sorgen würden, dass die Coburger im Transferpoker auch mal gegen ambitionierte Zweitligakonkurrenten das Nachsehen hätten.


"Coburger Weg" mit drei Säulen

Die zur Verfügung stehenden wirtschaftlichen Ressourcen sollen mit einer konzeptionellen Neuausrichtung künftig noch effizienter eingesetzt werden. Dazu erarbeiteten die Coburger Verantwortlichen in den vergangenen Monaten das Konzept "Coburger Weg", das sich auf drei Säulen stützt.

Erstens soll die Kaderstruktur dahingehend verändert werden, dass auf jeder Position neben einem erfahrenen Spieler ein "absolutes Toptalent" agieren soll. Als ein solches habe sich in dieser Saison bereits Linksaußen Felix Sproß entpuppt. "Nächste Saison wollen wir Felix den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen", sagte Trainer Jan Gorr, der mit dem 21-Jährigen dann vermehrt in der Rückraummitte neben Tobias Varvne plant. "Man darf natürlich nicht vergessen, dass junge Talente nicht wie Sand am Meer existieren", so Gorr, der den weiteren Ausbau der eigenen Nachwuchsförderung als zweite Säule des Projekts nennt. Der geplante "Sport-Campus", der mithilfe privater Investoren in den nächsten Jahren entstehen soll, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Der dritte Punkt der Neuausrichtung ist die stärkere Einbindung der HSC-Profis in andere Bereiche des Vereins. "Das ist erfolgsversprechend und lukrativ", sagte Gorr. "Wir sind davon überzeugt, dass von uns ausgebildete Profis mit einem Höchstmaß an Identifikation, Kompetenz und Erfahrung der Weiterentwicklung unseres Projektes guttun." Bereits in dieser Spielzeit sind mit Till Riehn, Sebastian Weber, Girts Lilienfelds (alle Jugendtrainer), Philipp Barsties (Athletiktrainer) und Dominic Kelm (Mitarbeiter Marketing und Vertrieb) fünf Profis in einer Doppelfunktion tätig. Welcher neue Profi auf der rechten Rückraumposition den Coburger Kader für die neue Spielzeit komplettiert, ließen sich die Verantwortlichen am Dienstag übrigens noch nicht entlocken, wollen dies aber im Lauf dieser Woche bekanntgeben.


Neuer Geschäftsführer Häfner: Mann mit Zahlenverständnis und sportlichem Know-how


Der "Coburger Weg" wird auch in der Geschäftsführung der HSC-Handballer gelebt. Mit dem gebürtigen Coburger Michael Häfner hat sich am Dienstagnachmittag der Nachfolger von Florian Dotterweich, der sich Ende des vergangenen Jahres beruflich neu orientiert hat, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der 45-Jährige ergänzt sich künftig mit Steffen Ramer in der Geschäftsführung der HSC Coburg GmbH. Häfner gehört dem Klub seit dem Gründungsjahr 2000 an. Zunächst als Spieler der 1. Mannschaft, dann als Trainer und Spieler der 2. Mannschaft und zuletzt sieben Jahre als Vorstandsmitglied.

Der zweifache Familienvater wird sich federführend um die kaufmännischen Bereiche und die Organisation der Geschäftsstelle kümmern, aber auch Trainer Jan Gorr bei sportlichen Angelegenheiten unterstützen.

Seit drei Tagen ist das HSC-Urgestein offiziell im Amt. "Der erste Arbeitstag war sehr regsam, es lagen viele Themen auf dem Tisch", sagte Häfner bei seiner Vorstellung.

In einer hauptamtlichen Funktion beim HSC Coburg einzusteigen, war für Häfner anfangs nur ein loser Gedanke, der sich über die Monate immer stärker verfestigt hat. "Ich war über 28 Jahre für ein Coburger Unternehmen tätig, ich habe mir diesen Schritt gut überlegt und bin davon überzeugt, dass ich diese Position gut ausfüllen werde. Jetzt kann ich mein Hobby zum Beruf machen."
Häfner, dessen Spitzname zu seiner aktiven Zeit "Maschine" war, bezeichnet sich selbst als willensstark und jemanden, der vorneweg geht.


Der ideale Sparringspartner

Mit dem neuen Geschäftsführer habe man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn Häfner bringe neben dem "Zahlenverständnis" auch das sportliche Know-how mit, ist HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel von den Qualitäten des 45-Jährigen überzeugt.
"Bisher hatte Jan Gorr im sportlichen Bereich keinen Sparringspartner, mit Michael Häfner hat er nun jemanden, mit dem er sich auch mal reiben und sich kontrovers austauschen kann", sagte Apfel.