"Ich will den Herrn loben allezeit" singt der Laurentiuschor Meeder einen Choralsatz Georg Philipp Telemanns und stimmt wenig später Anton Bruckners Motette "Locus iste" an ("Dieser Ort ist von Gott gemacht").
Von der Macht der Liebe und von der Macht der Gnade singt der Laurentiuschor und entfaltet dabei trotz seiner zahlenmäßig kleinen Besetzung mit kaum mehr als einem Dutzend Stimmen dennoch durchaus ausgewogenen und tragfähigen Klang.

Engagierter Vortrag

Vor allem aber überzeugen die Sängerinnen und Sänger durch ihren jederzeit sehr engagierten Vortrag. Aufmerksam setzen sie die gestalterischen Vorstellungen ihres Leiters Gary O'Connell um, der stets auch auf eine differenzierte Ausformung der Dynamik achtet.

Vom Baorck bis zur Gegenwart

Zudem beweist der Laurentiuschor seine Vielseitigkeit vom Barock bis zur
Gegenwart, vom Choralsatz bis zur Gospelbearbeitung, von Heinrich Schütz‘ Psalm-Vertonung "Wohl denen, die da wandeln" bis zu Dmitri Bortnjanskis Hit "Ich bete an die Macht der Liebe".

Feinsinnige Kammermusik

Vorwiegend aus Barock und Klassik stammen die rein instrumentalen Beiträge dieses abwechslungsreich konzipierten Konzertes, bei dem sich Gary O'Connell in vielseitiger Weise bewährt - als versierter Organist, umsichtiger Chorleiter und anpassungsfähiger Kammermusiker. Denn feinsinnige Kammermusik sind Johann Sebastian Bachs Triosonaten, die eigentlich für Orgel solo konzipiert sind und dem Interpreten im Wechselspiel zwischen beiden Händen und dem Pedal anspruchsvolle Aufgaben stellen. Dass sich diese Sonaten auch im Dialog zwischen Flöte und Orgel gestalten lassen, beweisen Marthel Witkowski und Gary O'Connell mit einer Adaption der Es-Dur-Sonate, die sie im lebendigen Zusammenspiel interpretieren - zart verwobenen in der Stimmführung.

Mozarts "Kleine Nachtmusik"

Der abgerundete, warm timbrierte Flötenton von Marthel Witkowski entfaltet sich dabei besonders im Adagio-Mittelsatz dieser Triosonate sehr klangvoll. Stilsicher und im feinfühligen Zusammenspiel gelingen auch Sätze des französischen Barockmeisters Jean-Philippe Rameau. Mozarts unverwüstlich populäre "Kleine Nachtmusik" ist eigentlich für Streicher konzipiert.

Melodischer Charme

Ihren melodischen Charme aber bewahrt sie auch in einer Fassung für Flöte und Orgel, wie Marthel Witkowski und Gary O'Connell mit ihrer ebenso schwungvollen wie einfühlsamen Deutung beweisen. Am Ende gibt es vom dankbaren Publikum ausdauernden Beifall für alle Mitwirkenden und schließlich noch eine Zugabe durch den Laurentiuschor.