Das Kunstprojekt "Spuren aus Licht" der Dekanate Coburg und Michelau liefert in diesem Jahr den thematischen Bezug der "Lahmer Konzerte" in der Schlosskirche. Zu Kreuzbildern von Ludger Hinse hatte der Kammerchor Hof ein Programm unter dem Motto "Lichtspuren" vorbereitet.
Die ebenso anspruchsvolle wie vielgestaltige Vortragsfolge mit dem Untertitel "Allein Gott in der Höh" sei Ehr"" widmete sich dem Gotteslob in Vertonungen vom Frühbarock bis zur Gegenwart. Zugleich bot sie dem Kammerchor Hof die Gelegenheit, sein Leistungsvermögen zu demonstrieren.
Unter der Leitung von Wolfgang Weser erwies sich der Kammerchor als bestens geschulter Klangkörper, der die fein differenzierten gestalterischen Vorstellungen stets aufmerksam erfasste und umsetzte.
Mit seinen 22 Stimmen entfaltete der Kammerchor in dynamischer Hinsicht ein bemerkenswert weites Spektrum vom zarten Piano bis zum kraftvollen und doch kultivierten Forte.
Barock-Sätze von Michael Praetorius ("Allein Gott in der Höh" sei Ehr"") und Dietrich Buxtehude ("Befiehl dem Engel, dass er komm") gelangen ebenso überzeugend wie drei Motetten des britischen Spätromantikers Charles Villiers Stanford, bei denen der Kammerchor auch in der fein verästelten Stimmführung abgerundeten Gesamtklang hören ließ.
Dazwischen stellte der Chor sogar bei zeitgenössischen Stücken wie dem Gloria aus der "Missa Tertia" von Lajos Bárdos und dem Sanctus aus der "Missa Rigensis" von Ugis Praulins seine Stilsicherheit unter Beweis.
Geschickt gegliedert wurde das Programm durch solistische Stücke sowie durch instrumentale Stücke, die von Dorothea Weser an der Truhenorgel und durch drei Streicher (Juraj Chupac, Monika Mayrock und Tamara Melikian) aus den Reihen der Hofer Symphoniker gestaltet wurden. Den gelungenen Ausklang bildete die hymnisch gesteigerte Choralkantate "Meinen Jesum lass ich nicht" von Max Reger - eine Huldigung an den aus der Oberpfalz stammenden Komponisten zu dessen 100. Todestag.
Am Ende gab es für Chor, Dirigent und Instrumentalisten ausdauernden Beifall.