Am 26. September entscheiden wir alle, wer uns in Berlin vertreten soll. Und am Mittwoch, 15. September, stellen sich die Kandidaten der Öffentlichkeit. Alle Kandidaten, deren Parteien bereits im Parlament vertreten sind sowie der Kandidat der Freien Wähler, die nur für den Freistaat ins Rennen gehen, werden dann im Regionentalk von Tageblatt, Radio Eins, der Sparkasse Coburg-Lichtenfels und iTV im Kongresshaus Rosengarten Rede und Antwort stehen.

Und Sie können live dabei sein: Es sind 100 Tickets verfügbar. Diese Anzahl ergibt sich aus der Einhaltung der maximalen Corona-Bedingungen. Es handelt sich jeweils immer um Einzelplätze. Die kostenlosen Tickets sind ab Montag, 16. August, im Ticketshop der Sparkasse Coburg-Lichtenfels unter

www.sparkasse-co-lif.de/ticketshop buchbar. Pro Interessent kann, auf Grund der eingeschränkten Verfügbarkeit, ein Ticket gebucht werden. Es sind zwingend Name, Adresse und Telefonnummer des Besuchers anzugeben. Die Karten werden personalisiert rechtzeitig vor der Veranstaltung zugeschickt.

Zur Veranstaltung sind die dann gültigen Coronaauflagen einzuhalten.

Ramona Brehm (SPD)

Ramona Brehm (Jahrgang 1990) fordert eine "drastische Verbesserung der Arbeitsbedingungen" im Gesundheitswesen. Das Schicksal ihrer Mutter habe sie politisch geprägt, ist auf ihrer Website zu lesen. Ihre Mutter habe 23 Jahre in der Pflege in Coburg gearbeitet und ist 2020 an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Deshalb setze sich Brehm auch für die Reform des Gesundheitswesens ein. Zudem möchte sie etwas gegen den Handwerkermangel tun und plädiert für einen verbindlichen Mindestlohn von zwölf Euro. Sie selbst arbeitet seit 2010 als Schornsteinfegergesellin in Coburg. Im März 2018 gewann sie den Titel "Miss Handwerk" und war daraufhin als Botschafterin für das Handwerk ein Jahr bundesweit auf Tour. Brehm stammt gebürtig aus Sonneberg.

Jonas Geissler (CSU)

Jonas Geissler (Jahrgang 1984) hat Poltikwissenschaft, Geschichte und internationale Beziehungen in Erlangen und Budapest studiert und in Erlangen promoviert. Er ist Regierungsrat im bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Bei ihm stehen Zukunftsthemen auf der Agenda: Mobilität müsse neu gedacht werden. Dazu gehörten autonomes Fahren, flächendeckende Elektromobilität, Wasserstoff-Fahrzeuge und die Energiewende als Ganzes. Er fordert dazu ein Miteinander von Ökonomie und Ökologie. Seine Nominierung war eine Überraschung, denn als Kronacher Kandidat hatte er seinen Mitbewerber René Boldt geschlagen, obwohl die Coburger CSU-Kreisverbände (Stadt und Land) eine Mehrheit in der Delegiertenversammlung stellen. Geissler stammt gebürtig aus Kronach.

Sebsatian Johannes Görtler (AfD)

Sebastian Johannes Görtler (Jahrgang 1984) ist selbstständiger Medienberater bzw. Mediengestalter in Anstellung. In seiner Agenda: "Die Stärkung und Förderung der Bildung auf allen Ebenen." Auch internationale Themen bewegen ihn, so die "Wiederherstellung und Festigung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland". Dauerhafter Frieden sei in Europa nur in Zusammenarbeit mit Russland möglich. Mehr als 20 Jahre sei er in der Jugendarbeit tätig gewesen, die Arbeit mit der Jugend habe ihm viel Spaß gemacht. Das sei auch einer der Beweggründe gewesen, in die AfD einzutreten - den Jugendlichen werde ein falsches Bild von der Partei vermittelt. Zudem bezeichnet er als einen seiner politischen Schwerpunkte die Förderung von Familien. Görtler stammt gebürtig aus Kronach.

Rainer Möbus (FW)

Rainer Möbus (Jahrgang 1962) bezeichnet Wirtschaft als sein Kernthema. Er stehe für "die Unterstützung bestehender Unternehmen und Neuansiedlungen in der Region sowie Förderung von Start-Ups und Innovationen". Bürokratische Hürden für Unternehmen sollten abgebaut werden, die Politik und Verwaltung müsste ihnen "jederzeit pragmatisch helfen können". Auch für die Belange der Landwirte setzt er sich ein. Auch die Stärkung des kulturellen Angebotes in der Region liege ihm am Herzen. Ehrenamtlich engagiert er sich in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rodach und ist Integrationsbeauftragter der Stadt. Beruf: Möbus ist Geschäftsführer der Rodacher Fruchtsäfte GmbH. Möbus stammt gebürtig aus Coburg.

Jens-Uwe Peter (FDP)

Jens-Uwe Peter (Jahrgang 1983) hat Physik studiert und ist jetzt als freiberuflicher Softwareingenieur tätig. Laut seiner politischen Vita sind seine Themenschwerpunkte Verkehr, Infrastruktur und Digitalisierung. Aber auch die Diskussion um Grundrechte und Corona treibt ihn um. Die Einschränkung der Grundrechte müsste nach dem Ende der Pandemie zurückgenommen werden, die FDP sei die "einzige Partei, die das ohne Abstriche zu Gunsten von Sicherheit, Klima oder Ähnlichem garantiere". Auch bei seinen anderen Kernthemen wie Verkehr betont er, dass kein ideologischer Ansatz von oben erfolgen dürfe, sondern man müsse den Menschen Hilfsmittel und Wahlmöglichkeiten an die Hand geben, um "gemeinsam diese Herausforderung zu meistern". Peter stammt gebürtig aus Coburg.

Johannes Wagner (Grüne)

Johannes Wagner (Jahrgang 1991) ist Kinderarzt. Er sagt, dass er die Arbeit mit Kleinkindern und Säuglingen als besonders erfüllend empfindet. Gleichzeitig findet er, dass die Politik zu wenig tue, um diesen Kindern einen "lebenswerten Planeten zu hinterlassen". Als Arzt trete er für eine "gute medizinische Versorgung auf dem Land ein", heißt es auf seiner Website. Zudem interessiere er sich besonders für Dinge, die "Gesundheit und Klima" positiv beeinflussen. Insgesamt steht er für die grünen Kernthemen, zu denen auch Mobilität gehört. Forderungen, die er in dem Zusammenhang unterstützt hat, sind unter anderem Tempo 30 in der ganzen Stadt. Er wünsche sich eine "Infrastruktur, die es auch Kindern und alten Menschen in der Stadt erlaubt, sich sicher zu bewegen, ohne aber dabei Menschen auf dem Land zu benachteiligen". Wagner stammt gebürtig aus Nürnberg.

Ulf Wunderlich (Die Linke)

Ulf Wunderlich (Jahrgang 1998) ist ausgebildeter Rettungssanitäter, zudem studiert er soziale Arbeit an der Hochschule in Coburg. Er stehe für eine sozial gerechte Klimaneutralität und für bezahlbaren Wohnraum, fordere deshalb eine Mietobergrenze. Bei Facebook schrieb er nach seiner Wahl zum Kandidaten unter anderem: "Als zukünftiger Sozialarbeiter trete ich ein für eine gerechte Verteilung von Chancen in Deutschland. Dies gilt besonders für unser Bildungssystem, denn Schüler: innen und Studierende haben keine Lobby. Dazu gehören aber auch faire Löhne und eine Rente, die vor Armut schützt und ein Leben in Würde ermöglicht." Ein weiteres seiner Themen: Die Reform der Krankenversicherungen hin zu einer Gesundheitsversicherung, in die alle einzahlen. Wunderlich stammt aus der Nähe von Bamberg.