Das Smartphone rutscht beim Joggen aus der Jackentasche, fällt zu Boden und hat danach ein gesplittertes Display. Für viele Handybesitzer ist das sicherlich ein Horrorszenario. Aber wie kann man seinen teuren Alltagshelfer gegen solche Missgeschicke absichern? Dieser Frage gingen 19 Schüler des Arnold-Gymnasiums nach. In ihrem P-Seminar zum Thema Versicherungsmathematik kreierten die Schüler in Zusammenarbeit mit der HUK-Coburg und der Hochschule Coburg einen eigenen Handyversicherungstarif. Für ihr Engagement wurden sie nun mit dem P-Seminar-Preis des bayerischen Kultusministeriums ausgezeichnet.

Im Rahmen des Seminars lernten die Schüler nicht nur die theoretischen Grundlagen des Versicherungswesens kennen, sondern durften auch in den Arbeitsalltag von Versicherungskaufleuten schnuppern. Wie man einen Versicherungstarif kalkuliert, zeigte ihnen Professorin Jutta Michel. An der Hochschule Coburg ist sie Leiterin des Studiengangs Versicherungswirtschaft. "Ich fand das Projekt der Schüler total interessant, deshalb wollte ich ihnen dabei helfen", sagt sie. Zudem habe sie die Schüler für das Thema begeistern wollen. "Ich wollte zeigen, dass Versicherungen auch spannend sein können", sagt sie.


Umfrage: Wer würde eigentlich dafür bezahlen?

Schnell haben sich die Schüler darauf geeinigt, einen Handyversicherungstarif zu erstellen. Zuerst wollten die Schüler wissen, in welchem Rahmen sich die Kalkulationen bewegen dürfen. So führten sie eine repräsentative Befragung durch, um zu ermitteln, wie viel potenzielle Kunden für eine Handyversicherung zahlen würden. Das Ergebnis: Besonders Schüler und Studenten würden sich eine Versicherung für ihr Handy wünschen. "Das sind allerdings auch die Risikogruppen", sagt Jörg Rheinländer, Mitarbeiter der HUK-Coburg.

Doch das sei nicht der einzige Grund gewesen, weshalb die Schüler von einer herkömmlichen Handyversicherung abgelassen haben. "Ungefähr fünf Euro pro Monat oder 60 Euro pro Jahr müssten die Kunden zahlen, um ihr Handy bei uns zu versichern. So viel kostet im Ernstfall auch eine Reparatur", erklärt er. Deshalb habe er intensiv mit den Schülern nach einer Alternative für eine klassische Handyversicherung gesucht. "Schlussendlich kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir einen Reparaturservice für Handys in die Hausratversicherung integrieren könnten", sagt er.


Die Schüler überzeugten mir ihrer Flexibilität

"Diese Flexibilität war einer der Faktoren, die uns von diesem Projekt überzeugt haben", sagt Ministerialbeauftragter Edmund Neubauer. Auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule und der HUK-Coburg lobt er sehr: "So bekamen die Schüler Einblicke in den Arbeitsalltag und konnten schon einmal sehen, ob sie sich für einen Beruf in der Versicherungsbranche interessieren." Deshalb sei es der Jury auch nicht schwergefallen, den Preis an das Arnold-Gymnasium zu vergeben. "Das Vorhaben wurde präzise organisiert, war methodisch anspruchsvoll und wurde beispielhaft in Teamarbeit umgesetzt", lobt er.

Schulleiterin Ursula Kick-Bernklau sei stolz auf die Schüler, die dieses P-Seminar zum Erfolg gemacht haben. "Ich bin auch sehr froh, dass sich unsere Projektpartner jede Woche wieder Zeit für die Schüler genommen haben", sagt sie. Vor zehn Jahren wären zeitaufwändigen Seminare wie dieses nicht möglich gewesen. "Zu Zeiten des G9 war es nicht möglich, so intensiv an einem Projekt zu arbeiten", sagt sie. Schlussendlich habe sich die Arbeit am P-Seminar positiv auf die Schüler ausgewirkt: "Vier von ihnen bleiben dabei und machen nach dem Abitur eine Ausbildung bei der HUK-Coburg."