Seit 310 Jahren steht die Kirche in Scherneck auf einem Felsen und ist schon von Weitem sichtbar. Gläubige aus Wohlbach, Scherneck, Haarth, Stöppach und Meschenbach freuen sich immer wieder, wenn sie von einer weiten Reise heimkehren und das Gotteshaus sehen. "Dann weiß jeder: Wir sind bald zu Hause", sagen viele Gläubige.
Das aus festem Stein gebaute Gotteshaus hat mehr als 100 Plätze ein. Jahrhundertelang war es für die Menschen ein Zufluchtsort, um Schutz vor allerlei Gefahren zu finden. Jetzt bekam die Kirche im Rahmen eines Festgottesdienstes, passend an der Kirchweih von Scherneck, einen Namen. "Simon-Petrus-Kirche Scherneck" wird das Gotteshaus künftig heißen. Der biblische Simon Petrus ist auch in der Kirche, nämlich an der frisch renovierten Kanzel zu finden. Zur Entzifferung der Inschrift wurde sogar eine Kunsthistorikerin von der Veste Coburg geholt. Pfarrerin Beate Stark freute sich, dass einige Gläubige aus Untersiemau und ein Teil des Gemeinderates an dem Festgottesdienst anlässlich der Namensgebung teilnahmen sowie über die gelungene Renovierung der Kanzel. In ihrer lebendigen Predigt stellte die Geistliche eine Verbindung zu Simon Petrus und zum Gemeindehaus zum "Guten Hirten" her, das sich nicht allzu weit entfernt von der Kirche befindet.
Dass es sich der Kirchenvorstand mit der Namensfindung nicht leicht gemacht habe, wurde in dem Hörspiel zwischen der Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes Christine Geuß und Prädikantin Doris Schmied deutlich. Vielleicht hatte die Kirche schon einmal einem Namen und hieß "Laurenziuskirche", dies könne man aber nicht mehr nachvollziehen, war da zuhören. Viele Namensvorschläge, wie Mühlenkirche, Felsenkirche oder "Martin-Luther-Kirche" habe es im Kirchenvorstand gegeben.
Schließlich kam man auch auf den Simon Petrus, einen Jünger Jesu. "Mit diesem Namen war der Kirchenvorstand sofort einverstanden", betonten die beiden. "Denn Simon-Petrus, ein Mann mit vielen Ecken und Kanten, wie der Fels, auf dem die Kirche gebaut ist, passt zu uns", stellten die beiden in ihrem Hörspiel fest.
Auch Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) war in einem Grußwort der gleichen Meinung. Simon Petrus sei ein Teil aller Gemeindemitglieder. Er freute sich über die Verleihung des Namens für die Schernecker Kirche. Der Bürgermeister überreichte eine Schiefertafel mit dem Namen "Simon-Petrus-Kirche", die in der nächsten Zeit an einer geeigneten Stelle angebracht werden soll.