Ein Großprojekt in eigener Sache beschäftigt derzeit den Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB). An der Bamberger Straße ist in den letzten Wochen eine tiefe Baugrube entstanden. Dort soll nach der Winterpause ein neues Sozialgebäude samt Schlosserei und Kantine aus dem Boden wachsen.

Für insgesamt 8,8 Millionen Euro soll bis Ende 2021 neben dem viergeschossigen Sozialgebäude auch noch eine dringend benötigte Fahrzeughalle entstehen, wie Stefan Schneidawind als CEB-Hauptabteilungsleiter Abwasser auf Nachfrage erklärt. Insgesamt rund 5000 Kubikmeter müssen für beide Neubauten bewegt und anschließend fachgerecht entsorgt werden. "Sie bekommen heute kein Kilogramm Erdreich mehr ohne Deklarationsanalytik entsorgt", sagt Schneidewind.

Die erste Etappe ist geschafft, die Baugrube ist vorbereitet, um nach der witterungsbedingten Pause die wegen des hohen Grundwasserstandes notwendige wasserdichte Bodenwanne für das Kellergeschoss gießen zu können. In diesem Kellergeschoss soll, so Schneidawind, die aufwendige Haustechnik untergebracht werden. Platz gibt es dort zudem für Lager- und Archiv-Räume.

Für "die Erstellung der Baugrube und die weiteren Rohbauarbeiten ist für die Dauer von etwa zehn Monaten eine temporäre Absenkung des Grundwasserspiegels um circa zwei Meter notwendig", wie Architekt Lutz Wallenstein vom Coburger Architekturbüro ArchiViva erläutert, das für die Planung des gesamten Projekts zuständig ist. Insgesamt wird das Sozialgebäude rund 2200 Quadratmeter Nutzfläche bieten, erklärt Lutz Wallenstein.

Zentrale Kantine entsteht

In dem Sozialgebäude findet in den drei oberirdischen Geschossen die CEB-Schlosserei (Erdgeschoss) ebenso ihren Platz wie die Kantine im ersten Obergeschoss, die gemeinsam von CEB- und SÜD-Mitarbeitern genutzt werden wird. Die Kantine ist geplant mit einer hohen Fensterfront zur Bamberger Straße hin. Darüber befindet sich dann noch eine Etage mit Umkleiden, Duschen und Waschräumen, die überwiegend von den rund 160 gewerblichen Mitarbeitern des CEB genutzt werden soll.

Durch das vorgegebene Raumprogramm und die zur Verfügung stehende Grundfläche auf dem Betriebsgelände sei die Aufteilung der Funktionen auf vier Geschosse notwendig. Die Zuordnung der Funktionen zu den Geschossen habe dabei mit der Erschließung zu tun: "So muss die Werkstatt und die Gärtnerei erdgeschossig mit Fahrzeugen angefahren werden können." Die neue zentrale Kantine sei im ersten Obergeschoss untergebracht worden, um allen Mitarbeiten von CEB und SÜC "einen einfachen Zugang zu ermöglichen und damit die Akzeptanz zu erhöhen."

Dass das zweite Obergeschoss mit Dusch- und Sanitärbereich bewusst fensterlos geplant ist, stellt laut Wallenstein "keine außergewöhnliche Herausforderung für die Haustechnik" dar, da auch mit Fenstern "eine geregelte, maschinelle Zu- und Abluft für diesen Bereich notwendig ist".

Lediglich bei der Beleuchtung seien geringe regelungstechnische Anpassungen notwendig. Zudem könne durch den Verzicht auf Fenster auf den sonst erforderlichen Sonnen- und Sichtschutz verzichtet werden.

50 Meter lange Fahrzeughalle

Direkt verknüpft mit dem Baufortschritt des Sozialgebäudes ist der Baubeginn für die neue Fahrzeughalle. Wenn der Rohbau für das Sozialgebäude fertig sei, könne mit dem Bau der Fahrzeughalle begonnen werden, erklärt Schneidawind. Das werde wohl in der zweiten Jahreshälfte 2020 der Fall sein. Der Bau der neuen Halle für insgesamt 20 Fahrzeuge sei "technisch nicht aufwendig".

Denn in dieser Halle mit einer Länge von 50 Metern, einer Breite von 24 Metern und einer Höhe von sechs Metern werde nur wenig Technik benötigt. Letztlich gehe es darum, die Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge frostsicher unterzubringen. Deshalb sei es möglich, diese Halle in einfacher Skelettbauweise zu errichten.

Die derzeit noch genutzte alte Unterstellhalle für Fahrzeuge, so Schneidawind, stammt aus den 1950er Jahren und befinde sich in einem baulich sehr schlechten Zustand, der eine Sanierung nicht lohnend erscheinen ließ.

Europaweite Ausschreibung

Für das millionenschwere Bauprojekt musste europaweit ausgeschrieben werden. Schneidewind zeigte sich erfreut, dass dabei eine Reihe von Aufträgen an Firmen aus der Region ging - vom Erdbau über den Rohbau bis zu Metallarbeiten und zum Einbau der Aufzüge.

Das Großprojekt Sozialgebäude und Fahrzeughalle beschäftigt den CEB schon seit einigen Jahren. Schließlich mussten auf dem CEB-Gelände erst die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu zählt die Verlagerung des Wertstoffhofes nach Glend ebenso wie der Abbruch der alten Winterdiensthalle. Auch die Sole-Tanks für den Winterdienst haben inzwischen in Glend ihren neuen Standort gefunden.jb

Rund um die Baustelle auf dem SÜC-Gelände

Sozialgebäude Das neue Sozialgebäude, das der Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) bauen lässt, um fasst vier Geschoss. Für das Kellergeschoss wird wegen des hohen Grundwasserstandes in der Nähe der Itz eine wasserdichte Bodenwanne gegossen. Während der Bauzeit wird eindringendes Grundwasser kontinuierlich abgepumpt. Die Kantine im ersten Obergeschoss ist für die gemeinsame Nutzung durch Mitarbeiter von CEB und SÜC geplant. Fahrzeughalle Der Neubau der Fahrzeughalle auf dem CEB-Betriebsgelände ersetzt die aus den 50er Jahren stammende unterstellhalle auf dem CEB-Gelände. Der Neubau bietet Platz für die frostsichere Unterbringung von 20 Fahrzeugen.red