"Wir haben noch sehr viele Kapazitäten frei und nur relativ wenige schwer Erkrankte." Alexander Schmidtke, Hauptgeschäftsführer des Klinikverbunds Regiomed, weiß aber, dass das nicht so bleiben wird. Denn die Zahl der Corona-Infizierten in der Region steigt, und das wird sich mit einiger Verzögerung auch in den Kliniken zwischen Rennsteig und Obermain niederschlagen. Die wichtigsten Infos zur aktuellen Corona-Situation lesen Sie jederzeit in unserem Ticker

Inzwischen haben alle Landkreise im Regiomed-Gebiet den Inzidenzwert von 50 Infizierten innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner überschritten (Stadt Coburg: 51,1, Landkreis Coburg: 64,4, Lichtenfels 166,0, Hildburghausen 85,4, Sonneberg 50,24). Im Klinikum Coburg wurden am Donnerstag zwei Patienten behandelt, in Neustadt einer. In Lichtenfels gab es vier Verdachtsfälle und drei Covid-19-Patienten, zwei wurden aus Sonneberg gemeldet, fünf Erkrankte und ein Verdachtsfall aus Hildburghausen. Lediglich im Klinikum Neuhaus gab es keinen Corona-Patienten.

Neue Besuchsregeln

Noch bis einschließlich Sonntag (1. November 2020) ist es möglich, Verwandte zu besuchen - aber nur auf Normalstation, und auch nur eine Person für eine Stunde. Bereiche mit besonders gefährdeten Patienten wie Krebsstationen sind jetzt schon tabu. Allerdings seien individuelle Absprachen mit den Ärzten auf den Stationen möglich, betont Geschäftsführer Robert Wieland.

Ab Montag (2. November 2020) sind dann gar keine Besuche mehr in den Kliniken möglich. Das gilt auch für Besuche von Dienstleistern wie Friseuren oder Baby-Fotografen. Aber auch dann werden die Regiomed-Kliniken für direkte Angehörige Ausnahmen möglich machen, wie Wieland ankündigte. Das betreffe insbesondere Sterbende, psychisch Erkrankte oder Kinder unter 15 Jahren. "Wir bitten, das vor Ort mit den Ärzten in der jeweiligen Klinik abzustimmen."

In den Senioreneinrichtungen und Wohnheimen gilt bereits ab dem heutigen Freitag ein Besuchsverbot. Die Bewohner dürfen die Einrichtungen auch nicht mehr zu Ausflügen oder Familienbesuchen verlassen. Sollte das doch erforderlich sein, zum Beispiel für einen Facharztbesuch, werde im Einzelfall entschieden, ob der Bewohner bei der Rückkehr in Quarantäne müsse, erläuterte Wieland. "Systemrelevante Dienstleister" wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Seelsorger würden aber im Einzelfall Zutritt erhalten - in Schutzkleidung. Bei Sterbenden oder in besonderen Notfällen würden die Einrichtungsleitungen auch hier die Besucher einzelner Angehöriger ermöglichen.