Eigentlich wäre die Gelegenheit günstig: Nachdem im vorigen Jahr die neue Fernwärmeleitung in der Lossaustraße verlegt wurde, muss der Zweckverband für Abfallwirtschaft als Bauherr nun noch die neuen Markierungen auftragen lassen. Die Stadt darf sagen, was sie haben will - und am Montag ging es im Verwaltungssenat darum, ob nun beiderseits Schutzstreifen für Radfahrer markiert werden, und zwar von der Einmündung Kreuzwehrstraße bis zur Kreuzung mit der Callenberger Straße.

Möglich wäre das, erläuterte Verkehrsplanerin Katja Link: Die Straße sei breit genug, um links und rechts noch einen jeweils 1,25 Meter breiten Schutzstreifen zu markieren. Derzeit dürfen Fahrradfahrer in der Lossaustraße die Gehwege mitbenutzen. Die Schutzstreifen würden aber 50 Meter vor der Callenberger Unterführung enden, weil dann wieder Platz gemacht werden muss für eine Linksabbiegerspur Richtung Kürengrund/Neuses. Diese Abbiegerspur könnten dann auch die Radfahrer in Richtung Norden nutzen, um auf die andere Straßenseite zu gelangen und jenseits der Kreuzung entlang des Kanonenwegs bis zum Radweg entlang der Lauter Richtung Neuses zu fahren, erläuterte Link auf Nachfrage von Jürgen Heeb (Pro Coburg).


Und wo sind die Parkplätze?

"Zu gefährlich", befand Hans Weberpals (CSB). "Hier links abzubiegen ist Kamikaze", meinte auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), der gleichzeitig darauf verwies, dass Radfahrer auch durchs Bahnhofsviertel mit Tempo-30-Zone zum Anschluss an den Lautertalradweg kommen.

Eine Alternative zu den Schutzstreifen wäre ein Radweg für beide Fahrtrichtungen auf der Bahnhofseite der Lossaustraße. Doch der müsste mindestens 3,50 Meter breit sein, erläuterte Katja Link. Zusammen mit dem Gehweg auf dieser Seite wäre der Platz vorhanden, meinte Andres Gehring. Aber nicht vor der Kreuzung: Da wird wieder die volle Fahrbahnbreite von neun Metern gebraucht, um die Linksabbiegespur in Richtung Kürengrund/Neuses unterzubringen, gab Link zu bedenken. Wenn auf diesem 50 Meter langen Stück auch der Radweg verlaufen soll, ist die Stadt auf Flächen von der Bahn angewiesen.

"Wir sollten etwas bauen, was zukunftsträchtig ist, auch, wenn es Geld kostet", meinte Hans Weberpals. Denn die Stadt bräuchte nicht nur die Fläche von der Bahn. Es wäre wohl auch aufwendig, den Bahndamm abzustützen, und ein Oberleitungsmast steht auch noch im Weg. Die Kosten für all das müsste sie selbst tragen, während die Markierung der Schutzstreifen auf Kosten des ZAW erfolgt wäre. Lediglich Franziska Bartl (SPD) merkte an, dass die Schutzstreifen schon eine Sicherheitsverbesserung für die Radfahrer darstellen. Im Übrigen sei der Verkehr an der Kreuzung durch Ampeln geregelt. "Im Straßenverkehr ist jeder selbst für sich verantwortlich."

Nichtsdestotrotz will sich der Verwaltungssenat die Sache in der Septembersitzung vor Ort anschauen und erst dann entscheiden, ob die Schutzstreifen markiert werden oder ob man lieber einen breiteren Geh- und Radweg baut. Wegen der Grundstücke "müssen wir halt noch mal mit Josel reden", sagte OB Tessmer. Gemeint ist Klaus-Dieter Josel, Bevollmächtigter der Bahn AG für Bayern. Nicht nur wegen des Radwegs: "Hier sollten doch irgendwann mal Parkplätze entstehen", sagte OB Tessmer. Angedacht waren Kurzzeitparkplätze an der Lossaustraße, damit Bahnfahrer zum Bahnhof gebracht oder abgeholt werden können.