Pilgertour im Land von Martin Luther

2 Min
Die Gruppe vor der Friedenskirche in Wildenheid-Meilschnitz Foto: Patricia Goldbach-Keim
Die Gruppe vor der Friedenskirche in Wildenheid-Meilschnitz Foto: Patricia Goldbach-Keim
Ein Teil der US -amerikanischen Gruppe aus Indianapolis mit Pastor Schreiber (re.) Foto: Patricia Goldbach-Keim
Ein Teil der US -amerikanischen Gruppe aus Indianapolis mit Pastor Schreiber (re.) Foto: Patricia Goldbach-Keim
 
Pfarrer Detlev Juranek aus der Kirchengemeinde Katharina von Bora, Pastor Dave Schreiber von der Resurrection Lutheran Chruch in Indianapolis, Patricia Goldbach-Keim vom evangelischen Dekanat in Coburg und Sven Schumacher aus Indianapolis. Foto: privat
Pfarrer Detlev Juranek aus der Kirchengemeinde Katharina von Bora, Pastor Dave Schreiber von der Resurrection Lutheran Chruch in Indianapolis, Patricia Goldbach-Keim vom evangelischen Dekanat in Coburg und Sven Schumacher aus Indianapolis. Foto: privat
 
Pastor Schreiber bei seiner Predigt in der Kirchengemeinde Katharina von Bora in Coburg Foto: Patricia Goldbach-Keim
Pastor Schreiber bei seiner Predigt in der Kirchengemeinde Katharina von Bora in Coburg Foto: Patricia Goldbach-Keim
 

Eine Gruppe amerikanischer Christen aus Indianapolis war zu Besuch im Dekanat Coburg.

Was vielleicht nicht jeder weiß: Der Bau der Friedenskirche in Wildenheid-Meilschnitz wurde Mitte der 50er Jahre durch Spenden amerikanischer Christen überhaupt erst möglich. Daher lag es nahe, dass eine 42-köpfige Delegation von Christen aus dem Bundesstaat Indiana/USA nicht nur Coburg besuchte, sondern auch die Gemeinde der Friedenskirche in Wildenheid-Meilschnitz. Bei der Reisegruppe handelte es sich um Mitglieder der Resurrection Lutheran Church, der Evangelischen Auferstehungskirche, aus einem südlichen Teil von Indianapolis. Sie unternahmen eine Woche lang eine Pilgerreise im Land Martin Luthers.

Nach einem Stadtrundgang durch das historische Coburg und einem Besuch auf der Veste waren sie zu Gast in der Kirchengemeinde Katharina von Bora. Dort feierten Sie zusammen mit Gemeindegliedern eine Taizé-Andacht und erfuhren danach interessante Fakten über die Arbeit einer deutschen Kirchengemeinde. Pfarrer Detlev Juranek erläuterte die Entstehungsgeschichte der jüngsten Kirchengemeinde im Dekanatsbezirk Coburg und wie die Gemeinde zu ihrem Namen kam. Das war ganz eng verbunden mit der Lebensgeschichte der Katharina von Bora als starker Frau an der Seite Martin Luthers. Die momentanen Herausforderungen der deutschen Kirchengemeinde wie zum Beispiel die Arbeit mit Flüchtigen im Kirchenasyl kam genauso zur Sprache wie die unterschiedlichen Angebote der Gemeinde für Menschen jeden Alters. Bei einem gemütlichen Zusammensein konnten persönliche Kontakte geknüpft werden. Pfarrer Juranek war sehr angetan, hielt er doch seine Ansprache in Englisch, dies machte er zuletzt während seiner Theologen-Ausbildung , als er zwei Gastsemester in den USA absolvierte.

Den Kontakt zum US-amerikanischen Kollegen Dave Schreiber im Vorfeld habe er als sehr bereichernd empfunden, sagte Juranek.


Kreuzzug der hölzernen Kirchen

In Wildenheid gab es eine deutsch-amerikanische Begegnung mit einer Andacht und einem gemütlichen Beisammensein. Die US-Delegation ließ sich die Entstehungsgeschichte der Wildenheider Kirche erläutern. Hermann Steiner, ein damaliger Kirchenvorstand, erfuhr bei der Landessynode, dass in Wisconsin eine Kampagne mit dem Namen Wooden Church Crusade (Kreuzzug der hölzernen Kirchen) ins Leben gerufen wurde, in der sie Mittel für den Wiederaufbau von Kirchen im zerbombten Deutschland in Aussicht stellen. Von dieser Möglichkeit profitierte damals die Kirchengemeinde Wildenheid-Meilschnitz und kam so 1955 zum Bau ihres Gotteshauses. In einer gemeinsamen Andacht in der Kirche, die damals jedoch nicht aus Holz, sondern aus Stein gebaut wurde, feierten die Anwesenden eine Andacht zum Thema Frieden, geleitet von Pfarrerin Lisa Meyer zu Hörste. Im Anschluss verwöhnten Mitglieder des Kirchenvorstandes ihre amerikanischen Gäste mit Original Coburger Bratwürsten und fränkischem Bier. Sehr angetan waren die US-Amerikaner von den Geschichten rund um die Grenzöffnung nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989.

Möglich machte diese Begegnung eine Bekanntschaft zweier Fundraiser. Patricia Goldbach-Keim aus dem evangelischen Dekanat Coburg lernte Sven Schumacher, ihren amerikanischen Kollegen aus Indianopolis, auf einem Kongress in München kennen und erzählte ihm von der unglaublichen Geschichte der Wooden Church Crusade. Er erinnerte sich an die Geschichte und nahm 2016 Kontakt zu ihr auf. Die einwöchige Luther-Pilgerreise führt die amerikanische Gruppe um Pastor Dave Schreiber noch weiter über Erfurt nach Eisenach, Eisleben und Wittenberg zu anderen bekannten Lutherstätten.