Der gefährliche Stoff heißt Hexabromcyclododecan, abgekürzt HBCDD. Mit diesem Mittel wurde früher expandiertes Polystyrol behandelt, das zur Wärmedämmung in Häusern verbaut wurden, sei es als dicke Platten auf der Fassade oder Bestandteil von Dämmplatten aus Gips. HBCCD wurde als Feuerschutzmittel aufgebracht.
Das geschieht zwar seit einigen Jahren nicht mehr, aber dafür landet dieser Schaumkunststoff inzwischen gelegentlich im Bauschutt. Expandiertes Polystyrol ist unter dem Namen Styropor bekannt. Entwickelt wurde es 1949 bei BASF und 1950 zum Patent angemeldet.

Weil die Müllverbrennungsanlagen zeitweise kein Styropor mehr annehmen durften, herrschte Verunsicherung. Inzwischen ist aber klar: In kleinen Mengen, als Teil des gemischten Bauschutts, darf das Polystryol wieder im Müllofen beseitigt werden.

Am 26. Oktober gab das Bayerische Landesamt für Umwelt Hinweise zur Entsorgung von HBCDD-haltigen Dämmmaterialien in Bayern heraus, berichtet Peter Baj, Werkleiter des Zweckverbands für Abfallwirtschaft. Seither könne das Müllheizkraftwerk den gemischten Bauschutt wieder annehmen. Erlaubt ist demnach ein halber Kubikmeter Polystyrol pro Gewichtstonne Bauschutt.

"Das, was wir bisher angenommen haben, ist wieder erlaubt", sagt Baj. Problem ist nun: Weil eine Zeitlang unklar war, ob Polystyrol verbrannt werden darf, wurde es aussortiert. Nun, sagt Baj, stehen die "Monochargen" da - Container voll mit dem HBCCD-haltigen Dämmstoff, der als "gefährlicher Stoff" gilt.

Ihn zu verbrennen, wäre das geringste Problem. Möglicherweise dürfte das sogar im Müllheizkraftwerk (MHKW) Coburg-Neuses geschehen, weil es die entsprechende Zulassung habe, wie Baj sagt. "Wir nehmen aber keine gefährlichen Stoffe an. Kein Müllheizkraftwerk in Bayern tut das."

Denn auch verbrennungstechnisch macht Polystyrol Probleme: Es hat einen hohen Heizwert. Der nützt dem MHKW aber nichts, weil die Öfen dort auf eine möglichst gleichmäßige Temperatur von um die 1000 Grad Celsius ausgelegt sind. Wird das Feuer heißer, leiden auf Dauer die Öfen und die Abgastechnik. Reines Polystyrol könnte deshalb dort ohnehin nicht verbrannt werden.

Nicht von der ganzen Diskussion betroffen waren die Polystyrolteile, die zum Transportschutz in Verpackungen von Elektrogeräten und ähnlichem stecken. Denn diese Teile, sagt Baj, seien nicht mit HBCDD belastet. Abgesehen davon, gehören sie als Verpackungsmüll ohnehin ins duale System (den gelben Sack) und nicht in den Restmüll.