Offensichtlich gilt die Redensart wirklich: Gut Ding will Weile haben. Denn sie trifft auf das Bürgerhaus im Stadtteil Wüstenahorn zu. Am Donnerstag ist das neue Gebäude in Betrieb genommen worden.

Bis es so weit war, hat es gedauert. Dritter Bürgermeister und Sozialreferent Thomas Nowak (SPD) erinnerte bei der Einweihung daran, bereits zu Beginn des Projekts "Soziale Stadt" sei die Rede davon gewesen, dass das Schlüsselprojekt "Bürgerhaus" im Jahr 2012 stehen sollte. Ein Wettbewerb erfolgte, aber die Umsetzung ließ auf sich warten. Zwischendurch wurde auch das Programm "Soziale Stadt" durch die Bundesregierung auf ein Minimum reduziert. "Nach der Wiederaufnahme durch die neue Bundesregierung 2014 haben wir auch die Planung für das Bürgerhaus aufgenommen", erinnerte Thomas Nowak.

Es kam bisweilen zu Verzögerungen

Ein neuer Realisierungswettbewerb wurde ausgelobt. Das Ergebnis war ein Haus in reduziertem Umfang, aber mit für den Stadtteil ansprechendem Ambiente. "Durch eine enge Verzahnung zwischen dem vorhandenen Kinder- und Jugendzentrum und dem neuen Bürgerhaus mittels Satzung und Personal wird es uns gelingen, das Haus von Anfang an zu einem festen Bestandteil des Stadtteils werden zu lassen", zeigte sich der Dritte Bürgermeister bei dem offiziellen Termin am Donnerstag zuversichtlich. Es sei während der Bauphase nicht immer leicht gewesen, sagte Nowak weiter. Die Bauleute hätten nicht immer alle Fristen eingehalten, die vorgegeben waren. Immer wieder hätten ihn die Bürger gefragt: "Wann geht es weiter, wann ist Eröffnung?" Schließlich habe es noch eine Verzögerung durch die Corona-Krise gegeben, das habe schon viel Geduld erfordert.

Der Sozialreferent dankte der Wohnbau der Stadt Coburg mit ihrem Geschäftsführer Christian Meyer, aber auch allen am Bau beteiligen Mitarbeitern ganz herzlich für die mit Geduld ertragenen Fragen und kritischen Anmerkungen aus der Bevölkerung oder manchmal auch aus dem Stadtrat. Nowak schloss seine Ansprache mit den Worten: "Wir können hier und heute ein Haus in Empfang nehmen, das seiner Bestimmung gerecht werden wird. Und noch etwas will ich klar betonen: Jeden Cent und Euro ist dieses Haus für diesen Stadtteil wert."

Die früheren Bürgermeister haben viel bewirkt

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) sprach seinen Dank aus. Sein Vorgänger Norbert Tessmer, Thomas Nowak und die ehemalige Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber hätten gemeinsam viel dazu beigetragen, dass dieses Bürgerhaus entstanden ist.

Neben weiteren Vertretern der Stadtspitze und dem Landtagsabgeordneten Martin Mittag war auch Klaus Holetschek, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, bei der Schlüsselübergabe anwesend. Es sei ein guter Tag, so eine Einrichtung an die Bürger übergeben zu dürfen, stellte Holetschek dabei heraus. Der Staatssekretär ließ die Mittel aus der Städtebauförderung und dem Projekt "Soziale Stadt" in Höhe von über 1,5 Millionen Euro nicht unerwähnt.

Die Stadt Coburg sei Träger des Bürgerhauses, die Einrichtung sei im Amt für Jugend und Familie angesiedelt, erklärte die Leiterin Ingrid Marr. Sie informierte bei einem Rundgang über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie das Sprachcafé, das Projekt "Globus - Vielfalt im Stadtteil", den Mittagstisch am See, die ehrenamtliche Rechtsberatung und die Kurse, die die VHS hier abhalten wird. Wer Lust und Zeit habe, sich ehrenamtlich im Bürgercafé zu engagieren, sei herzlich eingeladen.