Am eklatantesten ist die Veränderung des kleinen Bürgerhauses in der Judengasse 29. "Es war in einem katastrophalen Zustand", sagt Hans-Heinrich Eidt, Vorsitzender der Gemeinschaft Stadtbild. Durch die gelungene Fassadensanierung wurde daraus nun ein Kleinod, das sofort ins Auge fällt, wenn man, vom oberen Teil der Judengasse kommend, in den unteren abbiegt. Dem Stadtbild-Vorsitzenden war das Haus bei seinem Gang durch die Stadt aufgefallen. Er hatte sich nach Gebäuden umgeschaut, die dringend sanierungsbedürftig sind. "Ich hatte etwa zehn auf meiner Liste." Eines davon war das Haus mit der Nummer 29.

Hans-Heinrich Eidt hat dem Besitzer Klaus Piontek angeboten, ihn bei der Fassadensanierung finanziell zu unterstützen. Das Geld dafür kommt aus dem Volkmann-Stoschek-Programm, wie der Stadtbild-Vorsitzende die Spende von Christine Volkmann und Michael Stoschek inzwischen verkürzt nennt.
Klaus Piontek nahm das Angebot gern an, denn er hat ein besonderes Verhältnis zu dem Haus, das heute sein Eigentum ist. "In dem kleinen Laden im Erdgeschoss habe ich früher mit der Milchkanne Milch geholt."

Prunkvolles Eingangsportal

Der großzügige Zuschuss von der Gemeinschaft Stadtbild machte es möglich, dass die Fassade entsprechend den Denkmalschutzvorgaben saniert werden konnte. Zum Beispiel die Bossen (Vorsprünge im Mauerwerk aus Steinquadern). "Sie reichten ursprünglich nicht bis unters Dach. Weil das aber besser aussieht, wurden sie bis nach oben gezogen", erzählt Hans-Heinrich Eidt. Auch verschiedene Prunkteile, die nicht mehr existierten, wurden ergänzt. Das Auffälligste am Haus aber ist das Eingangsportal. "Ziemlich protzig für ein so einfaches, kleines Gebäude."

Zusätzlich wurden die Fenster und das Dach erneuert. "Es war ein großer Aufwand für uns. Aber er hat sich gelohnt. Das hier ist eine der schönsten Arbeiten, die wir bisher gemacht haben", sagt der Stadtbild-Vorsitzende. Drei kleine Wohnungen gibt es in dem Haus, das um 1600 errichtet und 1791 umgebaut worden war.

Der kleine Laden im Erdgeschoss steht momentan noch leer und wäre zu haben, wie Klaus Piontek betont. Für die gelungene Fassadensanierung gibt es die Renovierungsmedaille der Gemeinschaft Stadtbild. Weitere Medaillen bekommen die H äuser Judengasse 1 und 1a. Besitzer der 1a sind Kristina Hackert und Holger Treppl. Sie haben nicht nur die Fassade nach den Vorgaben des Denkmalschutzes erneuert, sondern auch eine Kernsanierung vorgenommen. "Geld von der Gemeinschaft Stadtbild gibt es aber nur für die Fassade", erläutert Hans-Heinrich Eidt. Dass auch innen etwas getan wurde - davon profitiert nun ein Einzelhandels geschäft, das zur Attraktivitätssteigerung dieses Teils der Judengasse beiträgt. Das trifft im Übrigen auch auf das Nachbarhaus mit der Nummer 1a zu.

Fenster und Dach erneuert

Dort haben Ingrid und Lutz Langenstein viel Energie eingesetzt. Sie haben die Fenster erneuert und sich auch das Dach noch vorgenommen. "Das war der größte Posten", erzählt Lutz Langenstein. Die Balken seien feucht und morsch gewesen. Für die Farbgestaltung habe es konkrete Auflagen der Unteren Denkmalschutzbehörde gegeben. "Es musste dieser Grünton sein. Das Erdgeschoss war in Braun gehalten, das durften wir dann aber auch grün streichen, weil es einfach frischer aussieht." Der Sandsteinsockel darunter wurde ebenfalls erneuert. "Und im Laden gibt es außerdem eine Stuckdecke", ergänzt Lutz Langenstein nicht ohne Stolz.